Rechtes Gedankengut in Skandinavien "Adolf Hitler soll mit Stolz auf uns herunterschauen!"

Viele dieser Wähler haben nichts mit der sogenannten rechtsextremen Szene zu tun, manche indes schon. In Norwegen galt diese zuletzt als klein. Die obersten Sicherheitsbehörden stellten jedoch erst im Februar fest, dass in diesem Jahr mehr Aktivitäten der Rechtsextremen zu erwarten seien. In Schweden hingegen ist die Szene der Rechtsextremisten am größten - und sie ist auch von den Parteien am unabhängigsten; in Dänemark zum Beispiel gibt es engere Beziehungen zwischen der Szene und der Volkspartei.

Aktionen gegen Dunkelhäutige

Die Aktionen der schwedischen Rechtsextremen richteten sich bisher vor allem gegen dunkelhäutige, außereuropäische Einwanderer - und gegen Schweden, die auf deren Seite stehen. 1999 wurde der Gewerkschafter Björn Söderberg vor seinem Haus erschossen, weil er einen Neonazi in seinem Betrieb geoutet hatte. Zuvor hatte der "Laser-Mann" John Ausonius insgesamt elf Schussattentate auf tatsächliche oder vermeintliche Ausländer verübt; einer wurde getötet. Rechtsextreme in Schweden haben auch schon Schwarze und Schwule ermordet.

Neben den Schwedendemokraten, dem parlamentarischen Arm der Rechten, gibt es in Schweden viele rechtsextreme Organisationen, zum Beispiel die Nationalsozialistische Front, die etwa 1000 Mitglieder haben soll; die meisten davon leben in Schonen. In einer Ausstellung in Malmö konnte man vor einigen Jahren bewegte Bilder dieser Neonazis sehen.

Sie trugen Uniformen, brüllten durch die Gegend und hielten blaue Flaggen mit gelben Hakenkreuzen in den Händen. Und irgendwann rief eine Frau mit einer Stimme, die sich überschlug: "Von Walhalla aus soll der größte Feldherr aller Zeiten, Adolf Hitler, mit Stolz auf uns herunterschauen!"