Reaktor Stade stillgelegt Ein strahlendes Ende
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Nach fast 32 Jahren Betriebszeit speist der Atomreaktor Stade keinen Strom mehr ins Netz. Umweltminister Jürgen Trittin freute sich über die erste Stilllegung eines deutschen Atomkraftwerks: "Das ist ein gutes Signal und es zeigt, dass die Atomenergie in Deutschland keine Zukunft mehr hat."
Der Reaktor sei gegen 08.30 Uhr erloschen, teilte eine Sprecherin des niedersächsischen Umweltministeriums mit.
Der Abriss des 660-Megawatt-Reaktors ist bis zum Jahr 2015 geplant und soll nach Angaben der E.ON Kernkraft in Hannover etwa 500 Millionen Euro kosten.
Rückbau ab 2005
Gegen Mittag will E.ON auf einer Pressekonferenz Einzelheiten über den Abriss bekannt geben. Die rot-grüne Bundesregierung und die AKW-Betreiber hatten sich im so genannten Energiekonsens im Juni 2000 auf eine schrittweise Stilllegung aller 19 kommerziell betriebenen deutschen Atomkraftwerke geeinigt.
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Das AKW Stade wird fast ein Jahr früher abgeschaltet werden, als es die Ausstiegsvereinbarung vorsieht. Nach dem AKW Obrigheim, das schon seit 1968 Strom erzeugt, ist das AKW Stade das zweitälteste kommerzielle Atomkraftwerk in Deutschland.
Trittin: Ernst gemacht mit dem Atomausstieg
Die Genehmigung für den in fünf Schritten geplanten Abriss, den so genannten "Rückbau", des AKW Stade will das Umweltministerium in Hannover im Jahr 2004 erteilen. Der Rückbau des nuklearen Teils der Anlage könne im Jahre 2005 nach dem Abtransport aller abgebrannten Brennelemente beginnen.
Für den Abriss soll eigens ein atomares Zwischenlagers auf dem Kraftwerksgelände in Stade erreichtet werden, das radioaktiv belastete Komponenten des Reaktors bis zu 40 Jahre lang aufnehmen soll.
Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) wertete das Abschalten von Stade als Beleg für die Entschlossenheit der Bundesregierung beim Ausstieg aus der Atomenergie. "In Stade wird sichtbar Ernst gemacht mit dem Atomausstieg", sagte er in einem dpa-Gespräch in Berlin.
Für die Zukunft kündigte Trittin im WDR an, in der Energiepolitik noch mehr auf erneuerbare Energie, auf eine bessere Ausnutzung der Energiequellen und auf Einsparungen beim Verbrauch zu setzen.
Sinkende Wirtschaftlichkeit
E.ON begründet die schon im Sommer 2001 beantragte Stilllegung des Stader Reaktors betriebswirtschaftlich. Sinkende Erlöse auf Grund der Liberalisierung des Strommarktes, eine drastische Erhöhung des Wasserentnahmegeldes in Niedersachsen und das Verbot der Auslandswiederaufarbeitung ab 2005 hätten das Kraftwerk unwirtschaftlich gemacht.
Bundesregierung und Stromindustrie hatten im Juni 2001 ein Abkommen "über die geordnete Beendigung der Kernenergie" unterzeichnet. Dieser so genannte Energiekonsens sieht für jedes der 19 deutschen Atomkraftwerke Restlaufzeiten vor. Auf der Basis einer Gesamtlaufzeit von 32 Kalenderjahren ist für jede Anlage festgelegt, wie viel Atomstrom sie noch produzieren darf. Im Jahr 2020 werde Deutschland frei von Kernenergie sein, sagte Trittin.
(sueddeutsche.de/dpa/AP)