Eine Zusammenfassung von Oliver Bilger

Obama live auf Twitter und Facebook: Zahlreiche User diskutieren die Rede des US-Präsidenten im Internet.

Die Internetgemeinschaft ist begeistert von US-Präsident Barack Obama - seine Ansprache in Kairo hat das wieder einmal bestätigt. Bereits in seinem Wahlkampf setzte Obama auf moderne Kommunikationsmittel. Erneut nutzte er diese für die seine Grundsatzrede an alle Muslime.

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Zahlreiche Nutzer des Internetnetzwerks Facebook sehen Obamas Rede und kommentieren seine Worte direkt. (© Foto: AP)

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Die Rede wurde auf mehreren Webseiten, darunter auch die Homepage des Weißen Hauses, live übertragen. Auf Facebook konnten die Nutzer die Worte des Präsidenten direkt kommentieren. Parallel dazu versendeten Obamas Mitarbeiter die wichtigsten Zitate seiner Rede über Twitter.

Zum gemeinsamen Meinungsaustausch bei Facebook versammelten sich unzählige Nutzer vor den Bildschirmen. Kanada, Frankreich, Jordanien, Türkei, Singapur, Australien: Aus der ganzen Welt waren Interessierte zugeschaltet. Viele Amerikaner waren wegen der Zeitverschiebung sehr früh aufgestanden oder erst gar nicht ins Bett gegangen. Ein User schrieb kurz vor Beginn der Rede: "Es ist hier nun 4.10 Uhr und ich bin extra aufgestanden. Wehe, das war es nicht wert!"

"Es ist schön, so viele gleichgesinnte Menschen aus der ganzen Welt zu sehen", schrieb Facebook-Mitglied Denise Allen. Dies bringe die Welt näher zueinander, ergänzte Heidi Vierthaler aus den USA. "Danke an alle, die diesen Moment mit mir teilen", lautete ein weiterer Kommentar.

"CNN berichtete auch, aber natürlich ohne Kommentarfunktion", schrieb Facebook-Nutzer Dean Jorge Bocobo und betonte damit den Vorzug des Internetnetzwerks, was allen Anwesenden gefallen haben dürfte. Während der Rede tauschten sie Buch- und Linktipps untereinander aus.

Internetnutzer begeistert

Die Reaktionen der Internet-Zuschauer auf die Rede fielen überwiegend positiv bis begeistert aus. "Unser Präsident interessiert sich für den Dialog und fürchtet sich nicht anzusprechen, wo wir in den Bush-Jahren vom Kurs abgekommen sind", schrieb einer. Heather Al Patterson kommentierte: "Er ist großartig! Das ist wahrscheinlich eine seiner besten Reden!" Ein anderer schrieb sogar: "Er ist wie Martin Luther King!"

Auch inhaltlich nahmen die Nutzer sofort Stellung zu Obamas Worten. Seine Kritik an der Siedlungspolitik Isreals sei gut, schrieb ein Facebook-Nutzer. Der interreligiöse Dialog sein ein Muss, war etwas später zu lesen. "Alle Muslime müssen alle anderen Religionen respektieren", tippte ein Muslim aus Los Angeles in seine Computertastatur. Lob gab es auch, als Obama aus dem Koran zitierte.

Auch die User des Twitter-Netzwerks begrüßten die Worte des US-Präsidenten. "Starke Rede", schrieb einer, "beeindruckend dieser Paradigmenwechsel in der US-Politik". Ein anderer verschickte eine Kurznachricht mit den Worten: "Ich applaudiere Ihnen, Obama."

Auch kritische Anichten zu lesen

Aber es waren auch kritische Meinungen zu lesen: "Solange die USA nicht aufhören, in andere Länder einzufallen und uns zwingen Teil ihres globalen Imperiums zu werden, kann es keinen Frieden geben", schrieb ein Facebook-Nutzer aus Pakistan. Eine einzelne Rede könne nicht "die Jahre des Misstrauens auslöschen", ließ ein Anderer wissen.

Während Obama seine letzten Worte in Kairo sprach, tippte Susan Brissette, dass sie sich als Teil eines historischen Moments fühle. Ein weiterer User ergänzte, dass er gerade eine "großartige Rede von Obama in Kairo" gehört habe - nun gelte es abzuwarten, was tatsächlich aus seinen Worten werde.

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(sueddeutsche.de/bavo)