Die Kölner Rede des türkischen Premiers Erdogan hat nicht nur Empörung hervorgerufen. Kanzlerin Merkel sieht nach seinen umstrittenen Äußerungen zur Assimilierung Gesprächsbedarf.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nach den Äußerungen des türkischen Regierungschefs Recep Tayyip Erdogan zur Assimilierung von Einwanderern Gesprächsbedarf angemeldet.

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Kanzlerin Angela Merkel: "Ich bin aich die Kanzlerin der Deutsch-Türken." (© Foto: Reuters)

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Sie freue sich, dass Erdogan sich für Integration und das Erlernen der deutschen Sprache ausspreche. "Aber es ist natürlich so, dass das dauerhafte Leben in einem Lande auch eine verstärkte Annahme der Gewohnheiten dieses Landes mit sich bringt", sagte die CDU-Vorsitzende am Montag in Hamburg.

Über das Integrationsverständnis müsse mit Erdogan noch weiter diskutiert werden.

Merkel erklärte: "Integration setzt natürlich voraus, dass auch eine Bereitschaft ist, sich in die Lebensweise eines bestimmten Landes, in dem ich in der vierten, fünften, sechsten Generation lebe, auch hineinzufinden." Wer die deutsche Staatsbürgerschaft habe, sei "Bürger ohne Abstriche". "Das heißt nicht, dass sie nicht ihren eigenen kulturellen Hintergrund haben können, aber die Loyalität gehört dann dem deutschen Staat."

Sie nehme als Bundeskanzlerin dessen Sorgen genauso wichtig wie die von jemandem, der sich als deutschstämmig seit Jahrhunderten bezeichne.

Merkel versicherte den türkischstämmigen Menschen in Deutschland, ihre Probleme ernst zu nehmen. Wenn etwa türkischstämmige junge Leute in Deutschland aufwachsen und Sorgen oder Probleme hätten, "dann bin ich ihre Bundeskanzlerin", sagte sie. Sie seien genauso wichtig wie jeder, "der sich schon seit 500 Jahren als deutschstämmig bezeichnet".

Mit Blick auf den Vorstoß Erdogans zur Einrichtung türkischer Schulen und Universitäten in Deutschland sagte die Kanzlerin, sie habe keine Einwände gegen deutsch-türkische Gymnasien und Türkisch als Fremdsprache.

Es sollten mehr Türkischstämmige, die in Deutschland aufgewachsen seien, den Lehrerberuf ergreifen, weil sie zum Teil die Probleme der Integration kennen und besser mit den Jugendlichen reden könnten.

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(dpa/AP/gba)