Reaktionen auf Demos AfD-Spitze stellt sich hinter "Pegida"

Befürwortet das rechte Bündnis "Pegida": Der Vorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke.

(Foto: dpa)
  • Die "Pegida"-Demonstrationen in Dresden und Düsseldorf haben heftige politische Kontroversen ausgelöst.
  • Die AfD-Spitze stellte sich hinter die Demos, Politiker von Union, SPD und Grünen äußerten sich dagegen besorgt.
  • Der AfD-Vorsitzende Bernd Lucke bezeichnete die Demonstrationen als "gut und richtig".
Von Jan Bielicki und Jens Schneider

Die bisher größte Pegida-Demonstration am Montagabend in Dresden hat in der Republik heftige politische Kontroversen ausgelöst. Während Politiker von Union, SPD und Grünen sich besorgt über die Demonstration äußerten, stellt sich die Spitze der Alternative für Deutschland (AfD) ausdrücklich an deren Seite. "Wir sind die ganz natürlichen Verbündeten dieser Bewegung", sagte das AfD-Vorstandsmitglied Alexander Gauland am Dienstag der Süddeutschen Zeitung. Auch Parteichef Bernd Lucke zeigte Sympathien für die Demonstranten in Dresden, die "sich berechtigte Sorgen über die Ausbreitung von radikalem islamistischen Gedankengut" machen würden.

Am Montagabend waren in Dresden gut 10 000 Menschen zur bisher achten Kundgebung der Bewegung gekommen, die sich "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" nennt und vor allem ein Verschärfung des Asylrechts fordert. Es war die bisher größte Kundgebung der rechten Gruppierung.

Aus Protest gegen diesen Aufmarsch zogen am Abend 9000 Gegendemonstranten durch die Dresdner Innenstadt. Aufgerufen von einem Bündnis, zu dem Parteien, Religionsgemeinschaften und Kultur-Institutionen gehörten, warben sie für ein tolerantes "Dresden für alle".

Auch Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) und sein Stellvertreter Martin Dulig (SPD) hatten die Dresdner zur Teilnahme an dieser Gegendemonstration aufgefordert. 1200 Polizisten sicherten die beiden Kundgebungen. Einmal flogen Feuerwerkskörper in Richtung der Gegendemonstranten, weitere Zwischenfälle wurden nicht bekannt.

AfD-Mann steht hinter Pegida-Kundgebung in Düsseldorf

Auch in anderen Städten hatten rechte und rechtsextreme Gruppen zu Kundgebungen nach dem Vorbild der Pegida aufgerufen. Diese Demonstrationen, an denen sich weit weniger Menschen als in Dresden beteiligten, stießen ebenfalls auf den Protest Hunderter Bürger. In Düsseldorf stellten sich 1100 Gegendemonstranten einer Versammlung von 400 Asylgegnern entgegen (siehe Kasten). Hinter der Kundgebung stand der Rechtsanwalt Alexander Heumann. Er gehört der AfD an und ist Teil der sogenannten "Patriotischen Plattform" am äußersten rechten Rand der Partei. Heumann war bereits auf der Großkundgebung "Hooligans gegen Salafisten" in Hannover als Redner neben bekannten Rechtsextremisten aufgetreten.

An der Demonstration in Dresden hatten sich erkennbar auch Mitglieder der AfD beteiligt. AfD-Vorstand Gauland sagte, viele Forderungen von Pegida würden denen seiner Partei entsprechen. Viele Anhänger und Mitglieder der AfD könnten sich damit identifizieren. "Wir müssen diese Demonstration deshalb unterstützen. Es ist richtig, wenn wir dabei sind." Er nannte Pegida "eine gute Sache". Gauland relativierte zudem Kritik am Anmelder der Demonstration in Dresden, Lutz Bachmann, wegen dessen Vorstrafen. Es gebe das Recht auf eine neue Chance, sagte Gauland, "wir hatten ja auch schon einen Außenminister, der in früheren Jahren Polizisten verprügelt hat. So etwas ist offenbar kein Hindernis, eine politische Bewegung zu starten". Der AfD-Politiker aus Brandenburg nahm damit Bezug auf den früheren grünen Außenminister Joschka Fischer.