Razzien gegen Neonazi-Gruppierung Innenminister verbietet rechtsextreme "Weisse Wölfe Terrorcrew"

  • Die "Weisse Wölfe Terrorcrew" wird verboten.
  • Der Verein habe sich offen zu den Werten des Nationalsozialismus bekannt und Gewalt auf die Straße getragen, sagt Innenminister de Maizière.
  • In zehn Bundesländern werden Durchsuchungen durchgeführt.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat den rechtsextremen Verein "Weisse Wölfe Terrorcrew" verboten. In zehn Bundesländern seien Durchsuchungen durchgeführt worden, und zwar in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen sowie Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen, sagte de Maizière in Berlin. Betroffen waren 15 Objekte und 16 Personen.

Bei den Durchsuchungen seien neben Datenträgern, Bekleidung und Propagandamaterial auch Waffen gefunden worden. Der "harte Kern" des Vereins umfasse rund 25 Personen, der Rädelsführer stamme aus Hamburg.

"Dieser Verein ist eine Vereinigung von Neonazis, die offen und aggressiv Hetze betreiben gegen unseren Staat, gegen unsere Gesellschaft, gegen politisch Andersdenkende, gegen Migranten, auch gegen Polizisten", sagte der Minister. "Dieser Verein bekennt sich offen zu den Werten des Nationalsozialismus und möchte eine Diktatur nach diesem Vorbild errichten. Dieses Ziel soll mit allen Mitteln durchgesetzt werden."

Der Innenminister verwies auf ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Bamberg wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung gegen "Terrorcrew"-Mitglieder. "Wir können noch nicht von einem Rechtsterrorismus sprechen", sagte der CDU-Politiker, "aber wir werden jeden Ansatz dazu unterbinden". Bei Hass und Gewalt sei eine Grenze erreicht.

Fans einer Skinheadband

Dem Verfassungsschutzbericht 2014 zufolge ist die "Weisse Wölfe Terrorcrew" neonazistisch und bundesweit aktiv. Mitglieder seien unter anderem im Februar dieses Jahres an einem Angriff auf Angehörige der linken Szene im Hamburger Hauptbahnhof beteiligt gewesen.

Ursprünglich verstand sich die "Terrorcrew" als Fangruppe der nordrhein-westfälischen Skinheadband "Weisse Wölfe", wie es im Hamburger Verfassungsschutzbericht 2008 heißt. Die Band wurde 1996 gegründet und bekam wegen ihrer rechtsextremen Songtexte immer wieder Ärger.

Die "Weisse Wölfe Terrorcrew" trat dem MDR zufolge erstmals 2008 in Hamburg in Erscheinung. Der Verfassungsschutz habe die Gruppe als ungewöhnlich aggressiv bezeichnet. 2009 durchsuchte die Polizei in Hamburg, Niedersachsen, Brandenburg, Berlin und Nordrhein-Westfalen Wohnungen von Mitgliedern der "Terrorcrew". Den damals 23 Verdächtigen wurden unter anderem Verstöße gegen das Uniformverbot vorgeworfen.