Lieber die Ausnahmen streichen: Wenn es nach dem Bremer Gesundheitsstaatsekretär Hermann Schulte-Sasse geht, dann freuen sich die Raucherlobbyisten zu früh.
sueddeutsche.de: Herr Schulte-Sasse, was bedeutet das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes für die anderen Länder, die heute nicht vor Gericht standen?
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Jetzt wieder erlaubt, bald vielleicht gänzlich verboten: Rauchen in Kleinkneipen. Foto: ap (© Foto: ap)
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Hermann Schulte-Sasse: Das Urteil hat die Regeln in Berlin und Baden-Württemberg außer Kraft gesetzt. Das hat unmittelbare Konsequenzen für alle anderen Bundesländer, bis auf Bayern und das Saarland, die sich mit ihren Regelungen im Urteil wiederfinden können.
sueddeutsche.de: Ab sofort haben Eckkneipenbesucher also wieder die Lizenz zum Rauchen?
Schulte-Sasse: So ist es. In kleinen Kneipen mit einer Fläche weniger als 75 Quadratmetern darf auch ohne abgetrennten Raum geraucht werden. Allerdings unter drei Bedingungen: Es muss erkennbar eine Raucherkneipe sein, es dürfen keine Speisen angeboten werden und Jugendlichen unter 18 Jahren muss der Zutritt verwehrt werden.
sueddeutsche.de: Die Verfassungsrichter haben lediglich bemängelt, dass, wenn es Ausnahmen für Kneipen mit mehr als einem Raum gibt, solche auch für kleine Ein-Raum- Kneipen geschaffen werden müssen. Gegen ein striktes Rauchverbot in der gesamten Gastronomie aber haben die Richter nichts. Freut sich die Raucherlobby vielleicht zu früh?
Schulte-Sasse: Möglicherweise. Für die Länder muss jedenfalls die Verschärfung ihrer Gesetze ein Option bleiben. Was wir auf jeden Fall vermeiden wollen, ist, dass jedes Bundesland sich jetzt eine eigene Lösung schneidert. Darum müssen wir jetzt die Grundsatzfrage entscheiden, ob wir ein striktes Verbot wollen, wie es die Bayern haben, oder ob es weitreichende Ausnahmen geben soll. Einzelne Ausnahmebereiche zu formulieren dürfte nach diesem Urteil schwer werden.
sueddeutsche.de: Wie würden Sie die entscheiden?
Schulte-Sasse: Aus gesundheitspolitischer Sicht ist es gar keine Frage: Ich favorisiere klar die strenge bayerische Linie. Ob das auch die Mehrheitsposition im Parlament sein wird, lässt sich aber noch nicht absehen.
sueddeutsche.de: Nach der Rauchschutzdebatte der vergangenen Jahre dürfte es da doch eigentlich keinen Spielraum geben: Deckel drauf, Verbot für alle.
Schulte-Sasse: Ich kann das als Gesundheitspolitiker nur unterstreichen. Es spricht vieles dafür, das Rauchen gänzlich zu verbieten. Erst kürzlich ist eine Studie erschienen, die eindrücklich belegt: Überall dort, wo Rauchverbote erlassen wurden, war relativ rasch ein Rückgang der Herzinfarktquote zu verzeichnen. Das sollte eigentlich Anlass genug sein, konsequente Rauchverbote durchzusetzen.
sueddeutsche.de: Also: Lieber ein paar Kneipen weniger, als ein paar Bürger weniger.
Schulte-Sasse: Das ist zynisch formuliert. Ich würde sagen, alles was am Ende Leben rettet, ist eine Politik, die man unterstützen sollte.
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(sueddeutsche.de)
Debatte um Militärintervention in Syrien
Essen ist bei den meisten übergewichtigen Menschen auch eine Sucht.
Nicht umsonst gibt es Kliniken für Ess-Süchtige. Wohl wissend dass sie mit übermäßigem Essen ihre Gesundheit ruinieren können, essen diese Menschen zuviel, zu oft und falsch.
So wie ein Raucher raucht obwohl der die eventuellen gesundheitlichen Konsequenzen kennt.
Weshalb soll also die Solidargemeinschaft für die einen aufkommen und für die anderen nicht, wenn Sucht der Ausgangspunkt ist.
Was ist mit den Alkoholikern ? Das ist auch eine Sucht.
Über- und Untergewicht sind zwar ebenfalls schlimm. Da versteh ich, dass die Solidargemeinschaft aufkommt. Wenn ich rauche, dient dass nur einem Zweck, der Suchtbefriedigung, deshalb seh ich nicht ein, weshalb die Solidargemeinschaft für die Folgen aufkommt.
Und die Tabaksteuer seh ich als eine der vernünftigeren Steuern an. Nur die Verwendung der Einnahmen sollte in die Gesundheit fließen. Damit knnte man dann die Beiträge hier definitiv senken.
Den gibt es bei privaten Kassen und das System funktioniert gut. Bin ich nicht krank bekomme ich Beiträge zurück.
die Tabaksteuer kassiert der Staat und verwendet sie für ????
Sicherlich nicht für die Krankenkassen. Denn da sollte der Betrag zur Auszahlung stattfinden. Die Gemeinschaft haftet zurzeit für die Schäden aus dem Konsum für die legalen Drogen.
Ich würde es begrüßen, wenn Nichtraucher und Nichttrinker einen Schadensfreiheitsrabatt von Ihren Krankenkassen angeboten bekämen. Alternativ sollte die Steuer auf legale Drogen direkt Zweckgebunden als Schadensausgleich an die Krankenkassen gehen. Das sollte dann die Krankenkassenbeiträge reduzieren.
das die Raucher pro Jahr 14,8 Milliarden Euro Tabaksteuer (Stand 2005) bezahlen.
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