Raketenabwehr in der Türkei Bundestag beschließt "Patriot"-Einsatz

Die Bundeswehr wird zwei Batterien Patriot-Flugabwehrraketen und 400 Soldaten in die Türkei verlegen.

(Foto: dapd)

Der Bundestag hat den neuen Auslands-Einsatz der Bundeswehr in der Türkei beschlossen. Die Abgeordneten stimmten mit großer Mehrheit für die Entsendung von zwei "Patriot"-Raketenabwehrstaffeln. Sie sollen den Nato-Partner Türkei vor Angriffen aus Syrien schützen.

Mit breiter Mehrheit hat der Bundestag den Einsatz deutscher "Patriot"-Flugabwehrraketen in der Türkei beschlossen. In namentlicher Abstimmung billigten 461 Abgeordnete das neue Bundeswehrmandat, 86 lehnten es ab. Acht Parlamentarier enthielten sich. Die Entsendung von 400 Bundeswehrsoldaten soll Anfang 2013 starten.

Ziel des Einsatzes ist es, das Nato-Mitglied Türkei vor Angriffen aus Syrien zu schützen. Die deutschen "Patriots" sollen in der Nähe der Großstadt Kahramanmaras aufgestellt werden. Die Bundesrepublik verfügt als einziger Nato-Staat über die modernste "Patriot"-Version PAC-3 - neben den Niederlanden und den USA, die sich ebenfalls am dem Einsatz beteiligen wollen.

Der amerikanische Verteidigungsminister Leon Panetta billigte an diesem Freitag die Verlegung von zwei "Patriot"-Einheiten in die Türkei, wie die New York Times und der US-Sender CBS News übereinstimmend berichteten.

Nach Informationen der Zeitung sollen die insgesamt sechs Einheiten mit dem Luftverteidigungssystem der Nato verbunden werden. Bei ihrem Einsatz können die Raketen demnach angreifende Flugkörper rammen und so zerstören.

Ankara ist zunehmend besorgt, dass der syrische Bürgerkrieg auf türkisches Territorium übergreift. Die Regierung hat deshalb die Nato-Bündnispartner um die Stationierung der Flugabwehrraketen gebeten. Die Bundesregierung in Berlin hat den Einsatz von bis zu 400 Bundeswehr-Soldaten bereits gebilligt.