In einem der letzten Prozesse gegen ein mutmaßliches Mitglied der feministischen Terrorgruppe "Rote Zora" hat die Angeklagte die Beteiligung an zwei gescheiterten Sprengstoffanschlägen in den 80er Jahren gestanden.
Die 58-Jährige Fotografin Adrienne Gließ ließ zum Auftakt des Prozesses vor dem Berliner Kammergericht am Mittwoch eine Erklärung verlesen. Darin hieß es, sie habe sich "wissentlich und willentlich" an den Anschlägen auf das Gentechnische Institut im Oktober 1986 im damaligen West-Berlin sowie im Juni 1987 auf ein Bekleidungswerk in der Nähe des bayerischen Aschaffenburg beteiligt.
Blick auf das Kammergericht in Berlin. Im Saal 145a findet der Prozess gegen Adrienne G. statt. (© Foto: AP)
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Sie habe jeweils einen Wecker für den Zündmechanismus besorgt, der aber in beiden Fällen versagte. Die Taten hätten ihren damaligen politischen Überzeugungen entsprochen, hieß es in dem Geständnis. Laut Bundesanwaltschaft hatte sich die "Rote Zora" 1977 als Teilorganisation der terroristischen "Revolutionären Zellen" gegründet und bekannte sich bis Februar 1988 zu insgesamt 45 Sprengstoff- und Brandanschlägen.
Erklärtes Ziel war die gewaltsame Veränderung des Gesellschaftssystems in Deutschland. Die Bundesanwaltschaft wirft Adrienne G. Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung sowie versuchtes Herbeiführen von Sprengstoffexplosion vor.
Weil sich die studierte Pädagogin Ende vergangenen Jahres selbst gestellt hatte, hat das Gericht nach Absprachen eine Bewährungsstrafe von höchstens zwei Jahren in Aussicht gestellt. Bei den beiden Anschlägen sei niemand verletzt worden, auch Sachschaden sei nicht entstanden, erklärte Andreas Hornick als Vertreter der Anklage.
(dpa)
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