Er soll für den Tod von mehr als zwei Millionen Menschen mitverantwortlich sein: Nuon Chea, ehemaliger Chefideologe der Roten Khmer, äußert sich erstmals vor dem Völkermordtribunal in Phnom Penh - und gibt eine zweistündige Lektion in Geschichtsklitterung.
Einen eindeutigeren Beweis für nachhaltige ideologische Verblendung hätte es nicht geben können: Mit den Worten "alle Vorwürfe gegen mich sind nicht wahr. Ich habe für mein Land gekämpft, ich habe es von Kolonialismus und Besatzern befreit. Wir haben im Interesse der Menschen gehandelt", schloss der Stellvertreter Pol Pots, Nuon Chea, seine fast zweistündigen Ausführungen vor dem Völkermordtribunal in Phnom Penh. Dort wird seit Montag gegen drei ranghohe Verantwortliche des Regimes der Roten Khmer verhandelt, dessen ultramaoistische Ideen zwischen 1975 und 1979 mehr als zwei Millionen Menschen das Leben kostete.
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Zeigte sich uneinsichtig im Zeugenstand: Nuon Chea, früherer Chefideologe der gefürchteten Roten Khmer und "Bruder Nummer zwei". (© AFP)
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Gestützt auf einen Stock und geführt von zwei Saaldienern schien der 85-Jährige nur mit Mühe in der Lage zu sein, zur Zeugenbank zu gelangen. Umso erstaunlicher war es, mit welch fester Stimme Nuon Chea dann begann, das vielseitige Dokument zu verlesen.
"Ich habe so lange gewartet, meinem geliebten kambodschanischen Volk die Geschichte zu erklären", sagte der ehemalige Chefideologe der Roten Khmer und gab dem Gericht und den Hunderten Zuhörern mit immer mehr Schwung eine Lektion in Geschichtsklitterung. Er erklärte, wie nach Meinung der Partei die vietnamesischen Kommunisten nach der absoluten Vormachtstellung in ganz Südostasien strebten und was das US-Bombardement in Kambodscha anrichtete. In einer wilden Mixtur aus Fakten und ideologischer Doktrin stellte er die Roten Khmer als die Retter der Nation da.
Die systematische Vertreibung von Vietnamesen sei demnach notwendig gewesen, um eine "weitere Überfremdung der Khmer" zu verhindern. Die Evakuierung der Städte sei erfolgt, "um die Situation und den Einfluss der Vietnamesen analysieren zu können". Dass die Steigerung der Reisproduktion "zu Engpässen in der Versorgung der eigenen Bevölkerung und zu medizinischen Problemen" geführt hatte, gab der Angeklagte in gewisser Weise zu. Doch das seien alles nur "Übergangsprobleme" gewesen.
Angehörige von Opfern des Völkermords zeigen sich entsetzt von Nuon Cheas Ausführungen. Ronnie Yimsut, der seine Familie durch die Roten Khmer verloren hatte, sagte: "Er ist noch genau so wie früher, wie Pol Pot."
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(SZ vom 23.11.2011/jobr)
Youtube-Hit aus USA
Dieser Mann zeigt sich uneinsichtig? Was hat man den von diesem Mörder erwartet?
Das war doch alles nur ein "Sozialismusversuch"....
Die Kriegsverbrecher in den USA sollten sie dahin ziehen und aus Deutschland raus erstmal, zu ihren eigenen Verschleppungslagern in Tschechien.
Die Ausführungen klingen genau so, wie wenn Kohl oder Waigel oder Merkel oder Fischer über Euro, Bankenrettung oder Invasionskrieg in Afghanistan reden...
diese Übergangsprobleme gab es schließlich auch in allen anderen sozialistischen Staaten...