Die Situation in Irans Hauptstadt spitzt sich zu: Viele Menschen trotzen dem Demonstrationsverbot, das Regime reagiert mit Schlagstöcken, Wasserwerfern und Tränengas. Oppositionsführer Mussawi bekräftigt dennoch seine Forderung nach Neuwahlen. US-Präsident Obama verschärft den Ton und fordert Irans Regierung zum Ende der Gewalt auf.
Offiziell verbotene Demonstrationen und massiver Polizeieinsatz haben in Teheran den Machtkampf nach der umstrittenen Wiederwahl des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad weiter verschärft.
Die Situation in Irans Hauptstadt spitzt sich zu: Zwischen Opposition und die Polizei kommt es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, auch Schüsse fallen. (© Foto: AP)
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Augenzeugen berichteten von heftigen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der Opposition mit Sicherheitskräften und Gefolgsleuten Ahmadinedschads. Nach unbestätigten Berichten gab es mehrere Verletzte. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer gegen die Teilnehmer einer verbotenen Kundgebung der Opposition ein und soll in die Luft geschossen haben, um die Demonstranten auseinanderzutreiben. Die Berichterstattung in- und ausländischer Medien war erneut massiv behindert.
Oppositionsführer Mir Hossein Mussawi widersetzt sich weiter dem obersten geistlichen Führer des Landes und forderte erneut die Annullierung der Präsidentenwahl. Auf seiner Website wurde am Abend erneut ein entsprechender Brief an die obersten Wahlbehörden veröffentlicht.
Für eine weitere Zuspitzung sorgten Berichte staatlicher Medien, wonach sich ein Selbstmordattentäter vor dem Mausoleum von Ayatollah Chomeini im Süden Teherans in die Luft gesprengt hat. Dabei sollen zwei Menschen getötet und acht weitere verletzt worden sein.
Eine unabhängige Bestätigung dafür gab es zunächst nicht. Ob ein Zusammenhang mit den Massenprotesten besteht, war unklar. Das Mausoleum des islamischen Revolutionsführers Chomeini gilt vielen Iranern als Heiligtum.
In Erwartung neuer Proteste waren in ganz Teheran starke Spezialeinheiten der Polizei aufgezogen. Sicherheitskräfte versuchten, Demonstranten am Vordringen in die Innenstadt zu hindern.
Dort gelang es der Polizei nach Angaben von Beobachtern, mehrere hundert Demonstranten zu zerstreuen, die vor Tränengas und Wasserwerfern in Seitenstraßen geflohen seien. Offenbar habe die Taktik der Polizei zunächst gewirkt, meinten Beobachter. Es seien deutlich weniger Demonstranten unterwegs gewesen als in den vergangenen Tagen.
Nach Angaben von Augenzeugen kam es auch zu Zusammenstößen zwischen Anhängern des bei der Wahl unterlegenen Reformers Mir Hussein Mussawi und denen Ahmadinedschads. Auch die "Basidsch"-Milizen, die den Präsidenten unterstützen, waren im Einsatz. Ihre Gegner hätten eines der Gebäude der Miliz angezündet, hieß es.
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