Eine junge Frau stirbt bei den Protesten und wird zur Ikone des Widerstands in Iran: Das Regime kann zwar die Journalisten kontrollieren, ist gegen die Bilder aus der Masse aber machtlos.
Eine junge Frau liegt auf der Straße, zwei Männer beugen sich über sie. Einer presst beide Hände auf ihre Brust, Blut rinnt erst aus einem Mundwinkel, plötzlich ist ihr ganzes Gesicht voll davon, Menschen rufen: "Bleib wach" und "Hab keine Angst". Doch die Iranerin kann nicht mehr antworten. 54 grausame Sekunden dauert das Dokument ihres Todeskampfes, 54 Sekunden wackelige Bilder, festgehalten vermutlich mit einer Handykamera. 54 Sekunden, die jetzt um die Welt gehen.
Öffentlicher Tod: Die dramatischen Bilder vom Sterben einer jungen Iranerin (© Screenshot: sueddeutsche.de, Quelle: Youtube)
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Die wertvollsten Waffen der Opposition
Die junge Frau soll Neda Soltani geheißen haben. Bestätigt wurde ihre Identität bislang von keiner verlässlichen Quelle. Überhaupt gibt es kaum belastbare Informationen über den Tod der jungen Frau, die über das hinausgehen, was auf dem Video zu sehen ist. Häufig wird eine anonyme Person zitiert, die den Vorfall beobachtet haben will. Demnach soll Neda am 20. Juni um 19.05 Uhr von einem Heckenschützen der paramilitärischen Bassidschi-Milizen an der Kreuzung der Straßen Khosravi und Salehi im Zentrum Teherans erschossen worden sein.
Zumindest die Angaben über den Täter werden wohl für immer Spekulation bleiben. Doch diese Ungewissheit ändert nichts an der Wirkung der Bilder. Die Kunde vom Tod der jungen Frau verbreitet sich rasend schnell über das Internet und auch Fernsehsender zeigen die Bilder der sterbenden Neda.
Auf Wikipedia wurde ihr bereits ein Eintrag gewidmet, bei Facebook schließen sich Tausende zusammen, um ihres Todes zu gedenken, unzählige iranische und internationale Blogs diskutieren die Bilder. Und beim Kurznachrichtendienst Twitter werden fast sekündlich Nachrichten abgesetzt, die sich auf Nedas Tod beziehen: "Neda - die Welt wird dich nie vergessen", "Neda - Engel des Iran", "Neda, dein Martyrium wird nicht vergebens sein".
Neda wird zur Ikone des Widerstandes in Iran - sie steht aber auch exemplarisch für die Bedeutung neuer Medien in dem Konflikt: Internet und Handys mit Kamera sind die mächtigsten Waffen der Opposition.
Dem Regime in Iran gelingt es wirkungsvoll, die Arbeit von ausländischen und anderen kritischen Journalisten zu unterdrücken. Korrespondenten dürfen meist gar nicht berichten, auf gar keinen Fall aber filmen und fotografieren. Das iranische Staatsfernsehen überträgt Sport, während es in den Straßen der Hauptstadt brennt.
Gegen den Einsatz von Mobiltelefonen mit Kameras, der Verbreitung von Filmen und Informationen über Youtube, Facebook und Twitter ist das Regime aber bislang machtlos. Zwar versucht die Regierung, auch das Internet zu kontrollieren. Doch bislang gelingt es der Opposition sich trotz der Einschränkungen im Netz, lahmgelegter Mobilfunknetze und konfiszierter Handys ihren Protest zu organisieren und die Welt darüber zu informieren.
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Bilder des Tages
Ich persönlich bin überzeugt, dass das Video eine Fälschung ist. Und das sage ich nicht weil ich es so gerne hätte, sondern weil ich es mir öfters angeschaut habe und auch mit realen videos dieser Art verglichen habe. In einem Bericht hieß es außerdem, dass Neda übersetzt Hoffnung heißt, was die Teorie nochmal bestätigt. Die junge Hoffnung die von einem Scharfschützen blutig zerstört wird. Ein Symbol, aber auf keinen Fall real.
Zu der Situation: Die sollte die Palmenrevolution heißen. So wie in der Ukraine und Georgien. Und was ich noch denke, ist dass Russland, China, Iran und alle anderen die Demokratie in den USA unterstützen sollten (natürlich ironisch gemeint, aber einige werden hoffentlich verstehen was ich meine).
Und noch was -- Es wird nur in Teheran demonstriert. Und ich bin mir sicher, dass es auch nicht in dem Umfang verläuft wie berichtet wird.
Jedes Volk soll das Recht haben, in freien und gleichen Wahlen die eigene Regierung zu wählen.
Ob Sie die Hamas als Terrororganisation oder als legitime Volksvertreter ansehen, können wir getrost beiseite schieben: Das palästinensische Volk im Gaza-Streifen hat in einem demokratischen Prozess eine Regierung gewählt, die in ihrerCharta einen Frieden mit Israel ablehnt (Art. 13), die das Töten von Juden vorsieht ("Die Stunde des Gerichtes wird nicht kommen, bevor Muslime nicht die Juden bekämpfen und töten, so dass sich die Juden hinter Bäumen und Steinen verstecken und jeder Baum und Stein wird sagen: 'Oh Muslim, oh Diener Allahs, ein Jude ist hinter mir, komm und töte ihn!'" - Art. 7). Laut Hamas befinden sich die Palästinenser im Krieg mit Israel. Man könnte also meinen, das palästinensische Volk im Gaza-Streifen hat in demokratischen Wahlen eben jene Regierung und eben jene Politik gewählt, deren Früchte sie zu Beginn des Jahres ernten mussten: Krieg mit Israel.
Dürfte man von einer Wahlmanipulation seitens der Hamas ausgehen und würden die Palästinenser des Gaza-Streifens gegen die Hamas auf die Strasse gehen, gälte für diese Palästinenser das Gleiche wie für die protestierenden Iraner: Einem Volk, dass seine Rechte einfordert und sich einer illegitimen Regierung entledigen will, gitl die Sympathie und Solidarität:"Wo immer der Kampf um Freiheit geführt wird, kann er den Zeitgenossen nicht gleichgültig sein, denn er wird auch stellvertretend geführt, als Behauptung der gemeinsamen Menschenwürde gegen die Willkür der Macht" (Die Zeit).
Die Hamas wurde von über 90 % der Bevölkerung in P. gewählt. Stuft man diese gewählte Regierung als Terrororganisation ein, tut man selbiges mit den Wählern. Die sind ja auch miteingesperrt und kriegen die volle Härte von sanktionen und Militärschlägen ab.
Die Bedeutung dieses Satzes * Wobei diese Gleichsetzung wohl lediglich eine konsequente Fortführung Ihrer "Bundestrulla"-Argumentation ist* verschließt sich mir. Bundestrulla-Argumentation - Was meinen Sie denn damit? Ich kann die nicht ab, was meine persönliche Ansicht ist und nicht von jedem geteilt werden muss. Darum gehts doch aber hier net.
Sie bringen leider nur Worthülsen ohne Inhalt.
Wie ist denn die Aussage Harry Kissingers von letzter Woche Ihrer Ansicht nach zu interpretieren, man versuche bereits seit letztem Jahr durch Unterstützung der Opposition im Iran einen Umsturz herbeizuführen - sollte dies nicht klappen würde der Regimewechsel eben *von außen durchgeführt*. Angeblich wurden seitdem 400 Mio Dollar entsprechend invesitiert. Ist das vor dem historischen Hintergrund (Opeartion Ajax!!!) nicht äußerst bedenklich? Und wieso wird sowas nicht in den MassenMedien gebracht?
Ferner noch ein Hinweis auf das Schweizer Fernsehen. In der Tagesschau wurde vom Korrespondenten Ulrich Tilgner erklärt, wie es zu den Unregelmäßigkeiten bei den Stimmen (mehr als 100% Wahlberechtigte in manchen Orten) hätte kommen können.
Soweit ein paar FAKTEN von meiner Seite. Jetz kommen Sie.
Ein schräges Binärdenken übrigens, wenn Sie von "den Palästinensern" als Freiheitskämpfer versus Terroristen sprechen.
Die Hamas wird als Terrororganisation eingestuft, nicht "die Palästinenser". Wobei diese Gleichsetzung wohl lediglich eine konsequente Fortführung Ihrer "Bundestrulla"-Argumentation ist. (Das ist das Elend, wenn man im Weltbild-Farbkasten nur so wenige Farben hat ...)
Würde die iranische Opposition den Weg wählen, mit selbstgebauten Raketenwerfern Zivilisten zu beschießen, wäre dies sicherlich weder ein majästetischer noch ein besonders bewegender Anblick.
Jedes Volk der Welt sollte die Möglichkeit haben, in freien und gleichen Wahlen die Regierung zu bestimmen.
Paging