Demonstrantin oder zufälliges Opfer: Ein tragischer Augenblick machte aus der Studentin Neda Agha-Soltan eine Ikone der Revolte. Doch wer war die junge Frau? Eine Geschichte voller Widersprüche.
Das Internet beschleunigt die Welt. Kein Tag verging zwischen dem tödlichen Schuss auf Neda und ihrer Ikonisierung in Blogs, Foren und Netzwerken. Keine 24 Stunden dauerte es, bis ihr gewaltsamer, zufällig von einer Handykamera aufgezeichneter Tod im Internet von Millionen Menschen weltweit angesehen und diskutiert wurde. Ganz anders verhält es sich mit den Fakten. 24 Stunden nach dem Tod der jungen Iranerin konnte noch keine verlässliche Quelle die Authentizität des Videos bestätigen.
Wer war Neda? Der Mensch hinter der Ikone wird erkennbar, doch das Bild bleibt unklar. (© Foto: AP)
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Das Regime in Teheran schränkt seit Ausbruch der Unruhen nach der Präsidentenwahl die Berichterstattung vor allem ausländischer Medien massiv ein. Reportern wird verboten, direkt von den Straßenprotesten zu berichten. Zudem fürchten viele Angehörige und Freunde Nedas, offen zu sprechen. So mehren sich erst Tage nach dem tödlichen Schuss auf die junge Frau belastbare Informationen über den Hergang der Tat und das Opfer.
Reportern der Los Angeles Times und der New York Times gelang es, mit Angehörigen und Freunden des Opfers zu sprechen. Außerdem hat ein Mann namens Caspian Makan, nach eigenen Angaben der Verlobte der Verstorbenen, der BBC und der Nachrichtenagentur AP ein Interview gegeben. Doch auch diese Äußerungen sind nicht frei von Widersprüchen.
Relativ sicher dürften einige allgemeine Informationen sein: Neda war das zweite Kind der Teheraner Familie Agha-Soltan. Sie war 26 Jahre alt und studierte Islamische Philosophie an der Azad-Universität, bevor sie sich entschied, das Fachgebiet zu wechseln. Ihr neues Ziel war Tourismus. Sie nahm Privatunterricht, um Tour Guide zu werden. Reisen war neben der Musik offenbar Nedas Leidenschaft. Sie war schon in Dubai und Thailand und erst vor zwei Monaten in der Türkei, wo sie offenbar ihren Verlobten kennenlernte.
Jenseits ihrer Vita werden die Informationen widersprüchlicher: Eine zentrale Frage ist, warum Neda auf der Straße war, auf der sie von der Kugel getroffen wurde. Im Internet kursiert seit Tagen neben dem Video, das die Augenblicke unmittelbar vor dem Tod der jungen Iranerin festhält, ein weiteres, das Neda in einer großen Menschenmenge unter Demonstranten zeigen soll. Obwohl sie auf den Bildern keineswegs klar zu erkennen war, genügte dies vielen Sympathiesanten der Revolte, Neda als eine der Ihren zu sehen.
Dieser Einschätzung widersprach wiederum zunächst eine Meldung der BBC. Ihr angeblicher Verlobter Makan sagte, Neda habe nicht an der Demonstration teilgenommen, sondern sich nur in der Nähe der Proteste die Beine vertreten wollen, weil sie im Stau steckten.
Diese Einschätzung wiederum relativiert Hamid Panahi, die bis dato wohl beste Quelle zum Tathergang. Nach Informationen der LA Times ist Panahi Nedas Musiklehrer - und direkter Augenzeuge des Geschehens.
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Gestern wurde berichtet, eine Oduktion hätte ergeben, dass "Neda" durch eine Kugel in den Hinterkopf getötet worden sei. Der Schütze hätte auf einer Kundgebung wild um sich geschossen, so ang. bestätigte Zeugenaussagen.
Mehrere Quellen berichten, dass das "Neda"-Passfoto (mit dem Kopftuch) von jemandem ähnlichen Namens aus Facebook entnommen wurde; diese Person hatte sich gemeldet, ihr ginge es gut. http://wipoun.blogspot.com/2009/06/how-wrong-neda-photo-became-irans-face.html
Der weitgehend unbekannteBürgermeister von Teheran trat gegen einen der mächstigsten und den definitiv reichsten Mann Irans an. Rafsandjani, den jetzigen Mentor Mussavis. Leider war den Iranern der Reichtum, den Rafsandjani während seiner Amtszeit angehäuft hat, mehr als suspekt und der Mann daher absolut unbeliebt.
Darüberhinaus, wer glauben sie wohl hatte eher die Möglichkeit zur Wahlfälschung? Einer der einflussreichsten Männer des Revolutions-Establishments, der von Anfang an dabei war oder der damalige Nobody Ahmadinedjad?
"Bahman Nirumand bezeichnete die Wahl als Wunder legt man die Wahlen der letzten Jahre zugrunde" Den Mann können sie echt vergessen. Was soll das denn bitte für eine Aussage sein? Das ist ungefähr so als würde jemand behaupten, Obama kann unmöglich rechtmässig gewählt worden sein, weil in den acht Jahren zuvor die Republikaner gewonnen haben. Die Iraner hatten nach den erfolglosen Jahren des Reformers Chatami die Nase voll vom Kuschelkurs mit dem Westen und entschieden sich für eine Kurskorrektur und gegen die klerikale Korruption. Hätten die USA Chatami im Atomstreit nicht derart auflaufen lassen, wäre das möglicherweise anders gekommen.
Ich glaube, Sie speisen ihre Infos direkt aus göttlichen Eingebungen.
"Das Zynische des Neda-Videos"
Wer Jens Jessen nicht kennt, der kann sich vielleicht noch an sein Video vor 18 Monate erinnern. Da hat er wahrscheinlich als Einziger in Deutschland, die zwei brutalen Schläger mit Migrationshintergrund von München, in Schutz genommen, als die nämlich einen 76-jährigen Rentner in der U-Bahnstation fast zu Tode geprügelt haben. Er hat den Rentner als ein notorischen Querulanten genannt, weil der Rentner den Jugendlichen gesagt hat, sie mögen in der U-Bahn nicht rauchen. Das Medienecho für den Feuilleton-Journalisten zogen dann bundesweit seine Kreise.
Genau dieser Jens Jessen hat jetzt aktuell ein neues Video abgeliefert. Sein Feuilleton-Thema Das Zynische des Neda-Videos.
Im iranischen Mullahregime kämpfen die Oppositionellen seit 10 Tagen für mehr Freiheit und gegen Wahlmanipulation. Das am 20. Juni 2009 am Rande der Demonstration durch ein gezielten Schuss der Volksmilizen Neda, die junge Iranerin ihr Leben verloren hat, hat weltweit für großes Aufsehen gesorgt. Die Angehörigen der Tote, konnten nicht in einer Moschee abschied von ihr nehmen. Alles über youtube zusehen. Unterdessen haben die Medien und meine Wenigkeit Neda zur Symbolfigur für den Widerstand gegen den islamitischen Bevormundungsstaat stilirisiert. So weit so gut.
Jens Jessen bemüht Vergleiche aus den vergangenen Jahrhunderte. Unter anderem:
Protestanten werden von Salzburger Katholiken aus ihren Häuser geprügelt und
im Kampf gegen Spanien versenken die Amerikaner ihre eigene Fregatte. Das geschichtliche Vergleiche meist hinken, müsste auch bei Jens Jessen langsam angekommen sein.
Und dann kommt der echte Jens J . Über seine neue Ikone Neda. Sehen und hören sie selbst:
http://www.zeit.de/video/...
Zynismus ist allenfalls für Kabarettisten ein Stilmittel, aber nicht für Feuilleton-Chefs!
KHJ aus Köln
Schauen Sie mal bitte in den Spiegel. Dort sehen Sie dann die von Ihnen gewählte Überschrift auf Ihrer Stirn.
Paging