Ohne Rücksicht auf Verluste demonstrieren die Oppositionellen in Thailand gegen die Regierung. Versöhnung ist nicht in Sicht.
Es sind bedrückende Szenen. Thailands Hauptstadt Bangkok erlebte am Wochenende heftige Straßenschlachten. 20 Menschen starben, mehr als 800 Menschen wurden verletzt.
Die "Rothemden" in Thailand haben mehrere Opfer zu beklagen. (© Foto: AFP)
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Dennoch: Die beiden Konfliktparteien geben sich trotz des Blutvergießens kompromisslos. Die Regierung will keine Neuwahlen ausrufen, die Demonstranten ihre Belagerung zentraler Plätze fortsetzen. Dies zeigt, wie tief gespalten das Land ist.
Zwei Lager stehen sich unversöhnlich gegenüber. Auf der einen Seite die arme Landbevölkerung, die sich um ihre Stimme gebracht sieht, seit die Armee 2006 den Mann aus dem Amt putschte, der ihr einst eine Stimme gegeben hatte: Thaksin Shinawatra.
Zwar nahm es der schwerreiche Unternehmer mit sauberer Regierungsführung nicht so genau, aber er politisierte die benachteiligte Masse in Thailand, gab viel Geld in unterentwickelte Regionen. Das vergessen ihm die Menschen dort nicht.
Auch wenn sein Nachfolger Abhisit Vejjajiva manche Programme für die Armen fortsetzt: Er ist für die Demonstranten mit dem Dauermakel belastet, keine Wahlen gewonnen zu haben, sondern mit Hilfe des Militärs an die Macht gelangt zu sein, nur das urbane Establishment und die royalistische Oberschicht zu vertreten.
In Bangkok protestieren denn auch Menschen, die mehr Demokratie einfordern. Der König, von vielen Thais als gottgleich verehrt, hat sich früher zu solchen Konflikten geäußert, die Kontrahenten besänftigen können. Aber er ist schwerkrank, der Palast bleibt stumm. Es bräuchte dringend einen Vermittler, der eine Regierung auf den Weg bringt, in der beide Seiten vertreten sind. Einen anderen Weg aus der Dauerkrise gibt es nicht.
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(SZ vom 12.04.2010/bavo)
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