Ein Hauch von Tunesien weht durch die Straßen von Kairo: Zehntausende demonstrieren gegen das Regime von Hosni Mubarak. Die Polizei geht mit Wasserwerfern gegen die Menschen vor.

Die Welle der Proteste gegen Armut und Unterdrückung ist von Tunesien nach Ägypten übergeschwappt. Am Dienstag gingen Tausende in der Hauptstadt Kairo und andernorts auf die Straße, um gegen die seit drei Jahrzehnten andauernde Herrschaft von Präsident Hosni Mubarak zu demonstrieren.

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In Kairo kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten. (© AFP)

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"Nieder mit Hosni", skandierten die Menschen im Zentrum von Kairo. Die Demonstranten schwenkten ägyptische Fahnen und forderten politische und soziale Reformen, einige bewarfen die Polizei mit Steinen. Vor dem nahe gelegenen Parlament setzten die Sicherheitskräfte Wasserwerfer ein, um die Menge zu vertreiben. Das Innenministerium drohte mit Festnahmen.

Protestbewegungen in dieser Größe sind in dem bevölkerungsreichsten Land der arabischen Welt ungewöhnlich. Selten kamen dort mehr als ein paar Hundert Demonstranten zusammen, Kundgebungen wurden in der Regel schnell von der Polizei aufgelöst. Von der Revolte in Tunesien ermutigte Ägypter hatten zuvor im Internet zu einem "Tag des Zorns" aufgerufen und so die Demonstranten mobilisiert.

Die genaue Zahl der Teilnehmer war schwer zu bestimmen, weil sich die Protestzüge auf mehrere Städte verteilten. Augenzeugen zufolge dürften es aber mehrere Tausend gewesen sein. Die Polizei sprach von etwa 15.000 Teilnehmern, Ihnen gegenüber standen 20.000 bis 30.000 Polizisten.

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(SZ vom 26.01.2011/jab)