Rund um den Globus demonstrieren heute Menschen gegen die Todesstrafe, die in 28 Ländern noch vollstreckt wird. Allein im vergangenen Jahr sind weltweit mehr als 1140 Menschen von staatlicher Hand erschossen, enthauptet, gehängt, gesteinigt, vergast oder vergiftet worden. Und das ist nur die offizielle Zahl.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (ai) hat an die internationale Staatengemeinschaft appelliert, alle Hinrichtungen zu stoppen und die Todesstrafe weltweit aus den Gesetzen zu streichen.
Auf dem Gefängnis- friedhof von Hunts- ville in Texas werden Hingerichtete ohne Namen, sondern nur mit Todesdatum und Häftlingsnummer begraben. (© Foto: dpa)
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Insgesamt seien 2003 zwar weniger Hinrichtungen bekannt geworden, berichtete die Organisation. Gleichzeitig hätten jedoch einige Länder wie Afghanistan oder Indonesien die Todesstrafe ausgeweitet. Der Irak habe sie in diesem Jahr sogar wieder zugelassen.
Anlässlich des "Tages gegen die Todesstrafe" an diesem Sonntag dokumentierte ai für das Vorjahr 1146 Exekutionen in 28 Ländern. Nach wie vor würden die meisten Menschen in China, Iran, Vietnam und den USA hingerichtet.
"In China wurde die Todesstrafe mindestens 726 Mal vollstreckt. Wir gehen aber davon aus, dass die tatsächliche Zahl bei bis zu 10.000 Exekutionen liegt", sagte ai-Experte Thomas Hensgen.
Auch Todesurteile gegen Minderjährige wie in Iran, Pakistan, Sudan und den USA seien kein Tabu. Immerhin prüfe das Oberste Gericht der USA, ob diese Praxis gegen die US-Verfassung verstoße.
Nach ai-Angaben sind die mit der Todesstrafe belegten Delikte in den jeweiligen Ländern völlig unterschiedlich. Sie reichen von Mord, Drogenhandel, Kindesentführung und Raub über Wirtschaftsvergehen bis hin zu Prostitution und Ehebruch.
Vollzogen werden die Exekutionen durch Erhängen, Erschießen, elektrische Stromstöße, Giftspritzen, Enthaupten, Steinigen und in der Gaskammer.
ai appellierte an alle Regierungen der Staaten, in denen die Todesstrafe noch vorgesehen ist oder praktiziert wird, sämtliche Hinrichtungen sofort und dauerhaft zu stoppen. Alle noch anhängigen Todesurteile müssten umgewandelt und die Todesstrafe aus den Gesetzen gestrichen werden.
(dpa/AFP)
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