Proteste gegen ägyptischen Präsidenten Mursi Demonstranten stecken Gebäude der Muslimbrüder in Brand

Bei Ausschreitungen in Ägypten haben Demonstranten an mehreren Gebäuden der Muslimbrüder-Partei von Präsident Mursi Feuer gelegt. In zahlreichen Städten kommt es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen: In Alexandria bewerfen sich Anhänger und Gegner Mursis mit Steinen, in Kairo sind um den Tahrir-Platz herum zahlreiche Krankenwagen aufgestellt.

Gegner des agyptischen Präsidenten Mursi erstürmen in Alexandria ein Büro der aus den Muslimbrüdern hervorgegangenen Partei FJP.

(Foto: AFP)

Bei Protesten in Ägypten haben Demonstranten nach Medienberichten die Sitze der aus den Muslimbrüdern hervorgegangenen Partei in drei Städten in Brand gesteckt. Ziel seien die Vertretungen der Partei für Freiheit und Gerechtigkeit in Suez, Ismailija und Port Said gewesen, berichteten das ägyptische Staatsfernsehen und mehrere Nachrichtenagenturen. Insgesamt, so heißt es auf der Seite des TV-Senders Al-Dschasira, seien die Büros der Muslimbrüder in fünf Städten angegriffen worden.

In der Nähe des Innenministeriums in Kairo zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei. Dem TV-Sender Al-Arabija zufolge wurden um den Tahrir-Platz herum zahlreiche Krankenwagen aufgestellt. Außerdem geht die Polizei offenbar mit Tränengas gegen die Demonstranten vor, wie Al-Dschasira berichtet.

Die Opposition hat dem Sender zufolge zu einem "Marsch der Million" gegen Mursi aufgerufen. Derzeit spricht der ägyptische Präsident in Kairo vor dem Präsidentenpalast zu seinen Anhängern. (Al-Dschasira berichtet in einem Live-Stream)

Die Opposition in Ägypten hatte zu Protesten gegen Präsident Mohammed Mursi aufgerufen, nachdem der den Muslimbrüdern nahestehende Staatschef am Donnerstag seine Befugnisse deutlich ausgeweitet hatte. Anhänger und Gegner Mursis haben sich nach den Freitagsgebeten in mehreren Städten heftige Auseinandersetzungen geliefert.

Tausende Vertreter beider Seiten bewarfen sich vor einer Moschee in Alexandria mit Steinen. Gegner des Präsidenten warfen Feuerwerkskörper auf Anhänger der Muslimbruderschaft, der auch Mursi angehört. Diese schützten sich mit Gebetsteppichen vor den Wurfgeschossen. Die Mursi-Gegner stürmten außerdem ein Büro der Muslimbruderschaft vor der Moschee. Mindestens 15 Menschen wurden verletzt. Zu ähnlichen Auseinandersetzungen kam es in den Städten Assiut und Gizeh.

Das ägyptische Innenministerium hatte zuvor die Demonstranten aufgefordert friedlich zu bleiben und öffentliche Einrichtungen nicht anzugreifen. Die Bürger seien aufgefordert worden, Gewalttäter an die Behörden zu melden, berichtet die Nachrichtenseite al-Arabija. Die Muslimbruderschaft soll ihren Mitgliedern verboten haben zu verreisen. Sie würden für "revolutionäre" Entscheidungen gebraucht.