Zum Gelingen soll auch die mediale Aufbereitung beitragen, die viele Aktivisten nicht in den klassischen Medien sehen wollen, weil sie sie für die Krise mitverantwortlich machen: Schlecht und zu spät hätten sie über die Proteste in Spanien, Griechenland und den USA berichtet. Und Polizei-Übergriffe ignoriert. Ein bisschen Verschwörungstheorie ist auch dabei. Ähnlich wie bei Fluegel.tv zu Stuttgart 21.
Bild vergrößern
Wie viele Menschen am Samstag in Deutschland tatsächlich demonstieren werden, wissen bisher weder Veranstalter noch Ordnungsamt und Polizei genau. Weltweit sind Proteste in mehr als 70 Ländern geplant. (© AP)
Anzeige
Um die Protest-Berichterstattung kümmern sich unter anderem Ulrich Riebe und Tom Stelling. Seit den spanischen Protesten im Mai sehen sich die beiden Männer aus Konstanz als "Bürgerjournalisten, denen es um die Darstellung und Unterstützung von Bürgerbewegungen für sozialen Wandel in demokratischen Ländern geht", schreiben sie auf ihrer Website Echte Demokratie Jetzt. Sie sei eine "schnelle Informationsplattform, die zum Teil auch kommentiert, hervorhebt und übersetzt", erklärt Stelling.
Seit Oktober, kurz nachdem die Anti-Wall-Street-Proteste begannen, sind die Zugriffszahlen auf Echte Demokratie Jetzt rasant angestiegen: Besuchten früher etwa 200 Menschen täglich die Website, sind es jetzt 3000. "Die Menschen fangen an, grundsätzliche Fragen zu stellen", sagt Stelling. Fragen, auf die es vielleicht keine Antworten gibt. "Endlich."
Von dieser Neugierde wollen inzwischen auch Die Linke, die Grünen und die Verdi-Jugend profitieren. Auch ihre Mitglieder rufen zu den Protesten am Samstag auf. Schon sieht manch ein Beobachter die Aktivisten in die Vereinnahmungsfalle tappen: Seien traditionelle Gruppen an der heterogenen Bewegung beteiligt, werde sie ihre Unabhängigkeit und ihre Glaubwürdigkeit einbüßen. Attac-Organisator Nagler beschwichtigt: "Ich begrüße jeden Unterstützer, der die Veranstaltung nicht für sich vereinnahmen will."
Ob die globale Protestbewegung über den 15. Oktober hinaus andauert, kann noch niemand beantworten. Das Ordnungsamt Frankfurt am Main hat jedoch bereits Kenntnis einer anhaltenden Entwicklung. Eine der Versammlungen von Occupy Frankfurt sei als "Dauer-Demo" auf unbestimmte Zeit angedacht, sagt Pressesprecher Ralph Rohr. Gegenüber der Europäischen Zentralbank wollen Aktivisten ihre Zelte aufschlagen. "Zwei bis drei Zelte mit zwei bis drei Mann wurden angekündigt."
Sie sind jetzt auf Seite 3 von 3
- Thema
- Occupy Wall Street RSS
- Bürger gegen Finanzindustrie Steht endlich auf und empört euch! 10.10.2011
- Anti-Wall-Street-Proteste und Tea-Party-Bewegung Einig nur im Zorn 10.10.2011
- Anti-Wall-Street-Proteste in den USA Demonstranten marschieren im Reichenviertel auf 12.10.2011
- "Occupy"-Proteste in Frankfurt Campingplatz mit Zentralbank-Blick 19.10.2011
- Protestbewegung Ein Monat "Occupy Wall Street" 18.10.2011
- Politiker und die Occupy-Bewegung Billig-Angriff auf die Banker 18.10.2011
- Wissenschaftler widersprechen Gauck-Kritik an "Occupy"-Protest "Alles andere als albern" 17.10.2011
(sueddeutsche.de/lyb/mcs)
Bundespräsident Gauck
verstehe ich die Freiheit des Selbständigen, selbst die Daten zu melden, die seine Besteuerung bestimmen.
Im Gegensatz zum Unselbständigen, bei dem der Arbeitgeber die Steuer ermittelt und abführt hat der Selbständige das Privileg der "Steuergestaltung". Mit Hilfe von Experten optimiert (minimiert) er seine Steuerlast.
Es ist einfach Chuzpe,
die es neoliberalen Rattenfängern wie Ihnen so leicht macht, den Reichen mit ein paar dumpfen Parolen ihre Macht und Vermögen zu sichern.
Bitte beachten Sie unsere netiquette und unsere AGB
Geben Sie es auf. Den von Ihnen genannten Wirrköpfen fehlt das geistige Niveau auch nur einfachste wirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen. Das sind nun mal genau die Kreaturen, die unser soziales Vollkaskoabsicherungssystem hervorbringt...
@nicknoris
"Selbständige z.B. zahlen keine Lohn-EK-Steuer sondern das, was sie freiwillig melden"
wo haben sie den Quatsch den her? freiwillig?
die müssen, und die müssen alles aufs kleinste belegen und ESt-Vorauszahlungen leisten, Betriebsprüfungen usw.
es ist diese naive Unkenntnis,
die es den linken Rattenfängern so leicht macht, mit ein paar dumpfen linken Parolen ihre Macht und Posten zu sichern
@Strategos
wo haben sie das mit den 70% her, aus der TAZ?
@simpleMindOfMan
"wenn die 1% weg gehen", bleibt vielleicht etwas mehr des Einkommens für den Rest übrig"
oh, mein Gott,
das nenn ich mal wirkliche Pisa-Gehirnakrobatik,
ich gebs auf , zwecklos
Ob es wirklich die 'Masse' sind, die international mobilisiert werden können, wie der Artikel und das Echo suggerieren, sollte abzuwarten sein. Man kann sich an vielem besoffen reden und texten oder eifrig medial gepushte Blasen erzeugen.
Das heiß nicht, daß es keinen guten Grund für die Aktionen gäbe. Die Berliner Politik hat in Kumpanei mit den Banken in der Bankenkrise und in der EURO Krise ein Desaster erzeugt, das einmalig ist und das sie jetzt als Produkt einer Naturgewalt verkauft, für das sie und die Vorgängerregierungen keine Verantwortung tragen. Verantwortlich sind diese und die Vorgängerregierungen aber für krasse handwerkliche Fehler, ideologieschwangere Naivität und finanzpolitischem Agieren auf Dilettantenniveau, über da man nur den Kopf schütteln kann.
Dazu gab's und gibts denn qals Sahnehäubchen noch das aktuelle Krisenmanagement aus den Bankhäusern, das exakt deren Interessen vertritt. Das Desaster ist da und wird nach realistischen Kassandra-Rufen unumkehrbar sein und eher noch weitere Fahrt aufnehmen, wie prominente Ökonomen an die Wand zeichnen. Prof. Stefan Homburg UNi Hannover sprach vom sicheren Ende des EURO und einer neuen Währungsreform. Aber ist das alles deutlich genug, daß es die Massen mobilisiert? Zweifel bleiben nach den Erfahrungen seit 2009...
Paging