Protest gegen Stuttgart 21 Umbaugegner besetzen Bagger

Protest in großer Höhe: Drei Gegner des umstrittenen Bahnprojekts Stuttgart 21 haben fünf Stunden lang die Baustelle am Hauptbahnhof blockiert - sie sind auf einen zehn Meter hohen Großbagger geklettert.

Gegner des umstrittenen Bahnprojekts Stuttgart 21 haben die Abrissarbeiten am alten Stuttgarter Hauptbahnhof am Montag fünf Stunden lang blockiert. Drei Demonstranten enterten den Großbagger am Nordflügel des alten Bahnhofs und richteten sich dort mit Hängematten ein, wie ein Polizeisprecher sagte. Anders als zunächst angenommen ketteten die Demonstranten sich allerdings nicht an dem Bagger fest.

Die Aktivisten entrollten ein Transparent mit den Worten "Hallo, geht's noch?". Die Parkschützer, die sich der Rettung von fast 300 Baumriesen nahe der Baustelle verschrieben hat, hätten die Aktion gemeinsam mit Umweltschützern von Robin Wood veranstaltet, sagte ein Sprecher.

"Bahn und Politik verschweigen bewusst Gefahren, verschleiern Kostenrisiken und ignorieren konsequent sämtliche Argumente gegen Stuttgart 21. Das gehört nicht zu einer transparenten, bürgernahen Demokratie", sagt Robin-Wood-Aktivistin Kei Andrews. Florian Carl von den Parkschützern warf der Bahn AG und der Politik Arroganz im Umgang mit den Sorgen und Protesten vor. "Die Bahn muss sofort aufhören, weiter Fakten zu schaffen. Heute erledigen wir das für die Bahn", fügte Carl hinzu.

Mit Hebebühnen wurden die drei Aktivisten am Vormittag von dem Baufahrzeug geholt. Die Aktion sei friedlich verlaufen, sagte ein Polizeisprecher. Die Besetzer würden in Gewahrsam genommen und angezeigt. Etwa sieben weitere Aktivisten, die ebenfalls über eine Absperrung auf das Baustellengelände geklettert waren, waren in polizeilichen Gewahrsam genommen worden.

Seit Wochen stehen sich Gegner und Befürworter des Bahnprojekts Stuttgart 21 unversöhnlich gegenüber. Bei dem 4,1 Milliarden Euro teuren Projekt Stuttgart 21 soll der Kopfbahnhof in eine unterirdische Durchgangsstation umgewandelt und an die künftige Schnellbahntrasse nach Ulm angeschlossen werden. Kritiker halten das Bauvorhaben unter anderem für zu teuer.