"Wir sind keine Politiker", sagt der Rocksänger Schewtschuk, doch nicht alle halten eine scharfe Trennung zwischen demonstrierenden Bürgern und Politikern für sinnvoll. Kommunistenchef Gennadij Sjuganow, der als Präsidentschaftskandidat gegen Wladimir Putin antreten wird, hatte sich bisher ferngehalten von den Protesten. Jetzt schloss er eine Art Pakt mit dem linken Rebellen Sergej Udalzow. Sjuganow versprach, im Falle eines Wahlsiegs Kernforderungen aus den Straßenprotesten zu erfüllen, die Entlassung des Wahlleiters Wladimir Tschurow etwa und vorzeitige Neuwahlen. Der Kommunistenchef ahnt offenbar, dass sich der Wind gegen Putin dreht, und er vielleicht nie wieder eine solche Chance erhält wie bei dieser, seiner bereits dritten, Kandidatur. Doch dafür muss er sich der losen Protestbewegung stärker öffnen. Udalzow wiederum hält Sjuganow für den Kandidaten mit den größten Aussichten, Putin in eine Stichwahl zu zwingen.
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So formiert sich eine Front, die Putin Probleme bereiten dürfte. Noch immer gilt der amtierende Ministerpräsident als chancenreichster Bewerber. Aber daran, dass er es im ersten Wahlgang schafft, glauben immer weniger Russen. Sein Programm über den Kampf gegen die Korruption, sein Versprechen, Millionen Arbeitsplätze zu schaffen, hat in Russland keine Faszination ausgelöst. Die Organisatoren der Straßenproteste erwarten von Putin ohnehin mehr Zugeständnisse als die Wiedereinführung direkter Gouverneurswahlen.
Putin hatte bislang gesagt, er sei zum Dialog bereit, wisse aber nicht, mit wem. Am Mittwoch bot Putin jedoch ein Treffen mit dem Schriftsteller Boris Akunin und dem Publizisten Dmitri Bykow an, die beide zu der Liga gehören. "Das ist politisches Pingpong", sagte der frühere Finanzminister Alexej Kudrin, den Putin als Freund bezeichnete und der dann im Dezember doch auf der Massendemonstration aufgetaucht war und Neuwahlen forderte. Kudrin unterstützt jetzt die neue Liga der Wähler und empfiehlt zugleich ein breites Bündnis für ehrliche Wahlen. "Sollte sich die ganze Opposition von rechts bis links verbünden, inklusive der Parteien, dann könnten sich alle Forderungen bei den Straßenprotesten erfüllen."
Doch wer genau zur Opposition gehört, ist sechs Wochen vor der Wahl nicht ganz klar. Der Milliardär Michail Prochorow, der am Mittwoch die geforderten zwei Millionen Unterschriften für seine Kandidatur einreichte, gilt für viele in Russland als heimlicher Verbündeter der Macht, gesandt vom Kreml, um die Opposition aufzuspalten. "Völliger Blödsinn", sagte Prochorow und versprach, dass er den inhaftierten früheren Yukos-Chef Michail Chodorkowskij bei einem Wahlsieg nicht nur freilassen werde. Er wolle ihn sogar in die Regierung holen.
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(SZ vom 19.01.2012/aho)
"Was sind das für Leute die in Foren und Kommentarbereichen einen Unterstützungskrieg PRO PUTIN führen ?? "
Tja, also ich glaube, das ist weniger ein "Pro-Putin" sondern vielmehr ein "Anti-West-Lügenpropaganda-Einmischungs"-Krieg.
Ich halte Putin nicht für einen lupenreinen Demokraten aber ich halte ihn auch nicht für schlechter als die unzähligen amerikafreundlichen Despoten, die weltweit ihre Völker verraten, die Resourcen ihres Landes verschleudern und dies völlig unkritisiert von den westliche Medien.
Saddam hatte Massenvernichtungswaffen, der Iran hat die Atombombe und Putin ist pööse ... muss ja stimmen, es sagen ja die gleichen Leute!
Was ist an Putin schlechter als am usbekischen Diktator Karimow oder dem georgischen Despoten Sackarschwilli, über deren Herrschaftspraktiken die Medien den gnädigen Mantel des Schweigens breiten? Dass er nicht nach der Pfeife von Soros, Goldman Sachs und dem CFR tanzt?
Es ist sehr schade, dass unter dem Deckmantel der Demokratieförderung so viele ausgesprochene Schurken und Demokratiefeinde ihr Unwesen treiben und damit jede echte Bewegung diskreditieren. Ich sag's Ihnen ehrlich, ich glaube nichts mehr von dem was in unseren Medien verbreitet wird, weil sie einfach zu oft lügen.
Ob die Demos in Russland echt sind, oder von Soros bezahlt wurden weiss ich nicht; ich weiss nur eines, dem Westen geht es NIE darum für ein Volk Verbesserungen zu erringen sondern immer nur um mehr Dominanz und mehr Profite und jeder westliche Regimechange hat das "befreite" Volk in eine schlimmere Lage gebracht als zuvor.
Was sind das für Leute die in Foren und Kommentarbereichen einen Unterstützungskrieg PRO PUTIN führen ?? Seid ihr Euch wirklich für nichts zu schade, oder seid ihr eine extra deutschsprachige Proopagandaeinheit aus dem Kreml ?
"Es geht auch darum, dass in Russland unabhängige Medien entstehen, unabhängige Gerichte."
Oh, dann ist Russland aber in gefahr ! Es wird ganz doll schwach werden und auseinanderbrechen und so, wenn es Demokratie, unabhängige Medien und Justiz gibt. SCHLIMM ! Ojeoje ! Keuch und Stöhn !
geht nach Hause bzw bleibt dort ! Propagandagschwerl !
Wie ich immer sage: Lass einen Menschen im Alltag überwiegend in Ruhe, gönne ihm sein Haus und Familie und lass ihm etwas Geld und schon ist ihm scheißegal, wer regiert. Und wenn man einem Menschen ein paar Dollar, Goldstücke oder Rubel gibt, wechselt er seine Meinung, Religion oder Weltanschauung wie seine Unterwäsche.
Interessant ist, dass die Medien nur negativ über Russland berichten. Das Feinbild Russland wird fleissig gepflegt.
Es wird vergessen zu erwähnen, dass Russland schuldenfrei ist und somit großes Wachstumspotenzial hat im Gegenteil zum Westen.
Im Westen geht die Sonne langsam unter damit sie im Osten aufgehen kann. Die Kräfte verschieben sich in diese Richtung.
Ohne Einwilligung des Volkes, sei es bewußt oder unbewußt, kann niemand über Russland herrschen.
Wie habe ich mich gefreut, als S. Zekri endlich von der Russland-Berichterstattung, äh falsch, -Meinungsmache abgezogen wurde. Ich hatte Hoffnung, endlich wieder neutrale und vielleicht sogar informative Russland-Berichte in der SZ lesen zu können. Aber nun... Ich werde also in Zukunft wieder zuerst den Autorennamen lesen, um zu wissen, ob es sich lohnt, Zeit zu investieren, oder ob ich nicht bei RIA Novosti besser informiert werde.
Wer beweist eigentlich, dass die Regierung, nicht aber die Opposition bei den Wahlen fälscht? Und was ist das zentrale Ziel der wild zusammengewürfelten Opposition, außer selbst an die Macht zu kommen? Von einem "Putin weg"- Schlachtruf geht noch kein Wohlstand für die Bevölkerung aus. Von ungehemmten Medienbeiträgen wird kein Mensch (außer den Medienmenschen selbst) satt und keine Wohnung warm (außer man verheizt das Zeitungspapier, das aber unbedruckt gesünder wäre). Und wer INNERhalb Russlands will wirklich ernsthaft, dass Michail Ch. in die Regierung kommt? Es wird Zeit, dass die Wahlen in Russland wie auch in den USA vorbei sind, vielleicht kehrt dann im Westen der Verstand ein (hoffen wird man ja dürfen).
Paging