Der designierte Regierungschef Romano Prodi hat kurz vor der heute beginnenden Wahl dem Druck der Mitte-rechts-Koalition von Silvio Berlusconi nachgegeben: Er ließ Massimo D'Alema fallen - und setzt nun auf einen 80-Jährigen.
Die Entscheidung für den Senator auf Lebenszeit Giorgio Napolitano als Kandidaten für das Amt des Staatspräsidenten fiel am Sonntagabend. Nachdem Prodi zuvor tagelang der Chef der Linksdemokraten Massimo D'Alema als einzigen Kandidaten seiner Allianz genannt hatte, wolle Mitte-Links damit dem Wunsch der Mitte-Rechts-Allianz nach einem moderaten Kandidaten von großem Ansehen nachkommen, hieß es in einer Mitteilung.
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Die Kandidatur D'Alemas war bei der Mitte-Rechts-Koalition um Silvio Berlusconi auf heftigen Widerstand gestoßen. Der 80-jährige Napolitano war im vergangenen Jahr vom scheidenden Staatspräsidenten Carlo Azeglio Ciampi zum Senator auf Lebenszeit ernannt worden. Zuvor war er unter anderem Anfang der 90er Jahre Präsident der Abgeordnetenkammer und unter der ersten Regierung Prodi 1996 Innenminister. Von 1999 bis 2004 war Napolitano Europaparlamentarier für die Linksdemokraten.
Spekulationen beendet
Napolitano erklärte am Abend, er sei bereit, für das Amt zu kandidieren. Berlusconi hatte bereits in den vergangenen Tagen betont, sein Bündnis wünsche sich einen moderaten Kandidaten oder einen Politiker aus den eigenen Reihen. Unter anderem war mehrmals der Name seines Vertrauten Gianni Letta gefallen. Auch war zuvor der ehemalige Kommissar der EU-Kommission Mario Monti im Gespräch.
Der erste Wahlgang findet am Montagnachmittag statt. Der Staatspräsident wird in Italien von insgesamt 1010 Abgeordneten, Senatoren und Parlamentariern der Regionen gewählt. In den ersten drei Wahlgängen ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich, ab dem vierten Wahlgang die absolute Mehrheit.
(sueddeutsche.de/dpa)
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