In einer Stichwahl werden die Franzosen darüber entscheiden, wer künftig an der Spitze ihres Staates steht - der Konservative Sarkozy oder die Sozialistin Royal. Beide haben bereits mit dem Werben um weitere Wähler begonnen.

Die Nachfolge des französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac wird am 6. Mai in einer Stichwahl zwischen dem Konservativen Nicolas Sarkozy und der Sozialistin Ségolène Royal entschieden.

Präsidentschaftswahl Frankreich; Nicolas Sarkozy

Favorit für die Stichwahl: Nicolas Sarkozy (© Foto: AP)

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Bei der Stichwahl kann Sarkozy nach Umfragen am Wahlabend mit 52 bis 54 Prozent rechnen. Royal käme nur auf 46 bis 48 Prozent.

Sarkozy kam nach den Angaben des Innenministeriums in Paris vom frühen Montagmorgen in der ersten Runde am Sonntag auf 31,11 Prozent. Royal vereinte 25,84 Prozent der Stimmen auf sich. Der Zentrumspolitiker François

"Königsmacher" Bayrou

Bayrou erhielt 18,55 Prozent und kann damit am 6. Mai zum "Königsmacher" werden. In der Wahlnacht ließ Bayrou aber nicht erkennen, wen er seinen Anhängern empfehlen wird.

Der rechtsextreme Jean-Marie Le Pen bekam 10,51 Prozent. Die Stimmen der etwa 820.000 Auslandsfranzosen seien in diesen Prozentzahlen nicht enthalten, wurde mitgeteilt.

Die Wahlbeteiligung lag bei etwa 84,6 Prozent und damit knapp unter dem Rekord von 84,75 Prozent bei der ersten Präsidentenwahl der V. Republik 1965.

Royal und Sarkozy riefen die Bürger zur Sammlung auf und versprachen, sich um die Schwachen zu kümmern. "Wir wollen kein Frankreich, das vom Gesetz des Stärkeren oder Brutaleren beherrscht wird", sagte Royal.

Sie wolle eine soziale Demokratie, "ein Parlament, das debattiert und kontrolliert". Der "Kampf des Wandels" müsse "bis zum Ende geführt werden, damit Frankreich sich wieder erhebt".

Keine Verhandlungen

Sarkozy kündigte einen "klaren Kampf um Ideen" gegen seine sozialistische Herausforderin an. Er wolle "die Schwächsten" vor den Gefahren der Globalisierung, der Kriminalität und der "in ihnen wohnenden Ängste" schützen, sagte der frühere Innenminister.

"Meine lieben Mitbürger, ich will nur eines: das französische Volk um einen neuen Traum sammeln, das heißt eine brüderliche Republik, in der niemand mehr Angst hat."

Sozialistenchef François Hollande nannte "Sarkozys Traum einen Albtraum" und rief zu einer "sehr breiten Sammlung" hinter Royal auf. "Die Bedingungen für einen Sieg im zweiten Wahlgang sind jetzt gegeben."

Mit Blick auf Bayrou fügte der Lebenspartner Royals hinzu, die Sozialisten könnten "mit niemandem verhandeln, denn darum geht es in einer Präsidentenwahl nicht".

Grüne, Kommunisten und Trotzkisten riefen ihre Wähler bereits auf, in zwei Wochen für Royal zu stimmen. Mit dem Ergebnis erholten sich die Sozialisten von der Schlappe bei der Wahl 2002, bei der Lionel Jospins mit nur 16,18 Prozent die Stichwahl verpasst hatte. "Das ist das Ende eines Albtraumes", so die Sozialisten.

Umstrittener Einsatz elektronischer Wahlmaschinen

Le Pen, der 2002 mit 16,86 Prozent die Stichwahl gegen Chirac erzwungen hatte, sagte, er habe die Unzufriedenheit der Franzosen falsch eingeschätzt. Er gibt seine Wahlempfehlung am 1. Mai.

Bayrou, der sein Ergebnis gegenüber 2002 verdreifachen konnte, erklärte das Zentrum UDF zur neuen "Kraft der Erneuerung". Er werde "keine seiner Überzeugungen aufgeben", sagte Bayrou. "Nichts ist mehr wie früher." UDF-Politiker erklärten, Bayrou wolle vor einer Wahlempfehlung anhören, was Royal und Sarkozy zu sagen hätten.

Die Wahl verlief ohne größere Zwischenfälle. Nur auf Korsika gab es wieder nächtliche Bombenanschläge korsischer Nationalisten auf Staatsgebäude. Ärger bereitete der erste großflächige Einsatz elektronischer Wahlmaschinen für eineinhalb Millionen Wähler. Wegen der komplizierten Bedienung kam es teilweise zu Wartezeiten von mehr als einer Stunde.

Forscher erklärten die Touchscreen-Geräte zur "Quelle der Diskriminierung", weil Ältere und Sehbehinderte mit ihnen nicht zurechtkämen. "Wir schätzen, dass mit den Maschinen 25 Prozent der Wähler Gefahr laufen, sich beim Kandidaten zu täuschen, ihre Stimme nicht abgeben zu können oder aufgeben zu müssen", sagten sie.

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(dpa)