Bei der ersten freien Wahl am 9. Oktober wird Amtsinhaber Hamid Karsai gegen 17 Kandidaten antreten, darunter eine Frau. Der Übergangspräsident gilt als Favorit des Westens und als aussichtsreichster Bewerber.

Der 46-Jährige hat das Amt seit kurz nach dem Sturz der radikalislamischen Taliban Ende 2001 inne. Die afghanische Wahlkommission veröffentlichte am Dienstag in Kabul die endgültige Kandidatenliste.

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Einzige Kandidatin ist die Kinderärztin Masuda Dschalal, der wenig Chancen auf einen Wahlsieg eingeräumt werden. Sie hofft vor allem auf Stimmen von Frauen. Bei der Loja Dschirga, der Großen Ratsversammlung, im Juni 2002 hatte sie zwar weit weniger Stimmen als Karsai bekommen, der damals als Übergangspräsident bestätigt worden war. Sie hatte aber das zweitbeste Ergebnis erzielt.

Weiterer prominenter Kandidat ist der Usbeken-General Abdul Rashid Dostum, der auf die Stimmen der usbekisch-stämmigen Afghanen hoffen kann. Ex-Bildungsminister Yunus Qanuni kandidiert mit Unterstützung des mächtigen Verteidigungsministers Mohammad Fahim. Auch der prominente Karsai- und USA-Kritiker Sayed Ishaq Gailani, ein Unterstützer des früheren Königs Zahir Shah, geht ins Rennen.

Die Präsidenten- und die Parlamentswahlen sollten ursprünglich bereits im Juni stattfinden, waren aber wegen logistischer Schwierigkeiten und aus Sicherheitsgründen verschoben worden. Ein neues Parlament wird nun erst kommenden April gewählt.

Trotz Drohungen und tödlicher Anschläge der Taliban ließen sich bislang mehr als neun der rund 10,5 Millionen wahlberechtigten Afghanen für die Wahlen registrieren. Die Wählerregistrierung endet am Sonntag.

Nach Veröffentlichung der vorläufigen Kandidatenliste für die Präsidentenwahl in der vorvergangenen Woche hätten drei Kandidaten ihre Bewerbung zurückgezogen, teilte die Wahlkommission mit. Zwei weitere hätten die Voraussetzungen nicht erfüllt, weil sie neben der afghanischen eine weitere Staatsangehörigkeit besessen hätten. Die zahlreichen Einsprüche gegen einzelne Kandidaten hätten zu keinem Ausschluss geführt.

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(dpa)