Trotz andauernder Kritik aus der Politik hat sich der Verwaltungsrat der Bundesanstalt für Arbeit (BA) hinter Vorstandschef Florian Gerster gestellt. Unterstützung erhielt er auch von Grünen-Chef Reinhard Bütikofer. Bei der SPD-Linken hingegen wurde Gersters Rücktritt gefordert.
Die SPD-Bundestagsabgeordnete Sigrid Skarpelis-Sperk sagte der Bild-Zeitung: "Herr Gerster muss sich selbst überlegen, ob er durch die Vorgänge und sein Verhalten nicht zu einer Belastung für die wichtige Arbeit der Bundesanstalt für Arbeit wird." 4,5 Millionen arbeitslose Menschen brauchten die volle Konzentration eines Vorstandsvorsitzenden.
Anzeige
Dagegen stellte sich der Grünen-Bundesvorsitzende Reinhard Bütikofer hinter Gerster. "Er wird bleiben", antwortete Bütikofer auf die Frage nach einem möglichen Rücktritt des BA-Chefs wegen der Affäre.
Die Verwaltungsrats-Vorsitzende, DGB-Vize Ursula Engelen-Kefer, sagte dem Spiegel zu der Affäre um einen Beratervertrag mit der PR-Agentur WMP: "Der Vorgang steht in keinem Verhältnis zu den schwierigen Reformen, die im Hause anstehen."
Gerster vermutet hinter Kritik Widerstand gegen Reformen
Auch der Arbeitgebervertreter im Verwaltungsrat, Peter Clever, sieht keine Notwendigkeit für personelle Konsequenzen. Ein Rücktritt Gersters wäre angesichts des Falles "absolut lächerlich", sagte er dem Spiegel.
Florian Gerster, sieht hinter der Kritik an seiner Amtsführung Widerstand gegen seine Reformpolitik. "Vermutlich sind einige Interessenvertreter nicht damit einverstanden, dass wir in der Arbeitsmarktpolitik die Gelder effizienter einsetzen und damit auch Spareffekte erzielen", sagte Gerster dem Focus. Er wolle den Reformprozess der Bundesanstalt aber "unbeirrt fortsetzen".
(sueddeutsche.de/dpa/AFP)
Reiseknigge: Türkei