"Natürlich war das gestellt": Wladimir Putin gibt in einem Interview zu, dass seine vielen Abenteuer mit wilden Tieren und archäologischen Funden teilweise inszeniert waren. Im Internet machen sich russische Blogger über die letzte Heldentat ihres Superpräsidenten - einen Flug mit Kranichen - lustig.
Das Leben eines Präsidenten kann äußerst aufregend sein - besonders das von Wladimir Putin. So verkaufen es zumindest seine PR-Strategen: Er war schon auf Tigerjagd und fand ganz zufällig uralte Tongefäße bei einem Tauchgang. Zuletzt flog der Kremlchef mit Kranichen über Sibirien. Jetzt gibt Putin zu: Seine Abenteuer waren teilweise gestellt - für die russische Presse.
In einem Interview mit der russischen Journalistin und Putin-Gegnerin Mascha Gessen, erklärte er, dass zum Beispiel der Schneeleopard, den er 2011 in die Freheit entließ, extra für ihn gefangen worden sei. "Am wichtigsten ist doch, dass die Aufmerksamkeit auf dieses Thema gelenkt wird", sagte Putin. In dem Gespräch gestand er aber ein, dass einige seiner PR-Aktionen etwas überzogen waren.
Putin hatte die Journalistin zu sich in den Kreml eingeladen nachdem sie von ihrem Arbeitgeber, einem Reisemagazin, gefeuert worden war. Sie wollte nicht über den Flug mit den Kranichen berichten. Aber auch russischen Bloggern war die Aktion offenbar zuviel. Im Internet kursieren satirische Bildmontagen des abgehobenen Superpräsidenten.
Bild: REUTERS14. September 2012, 17:09 2012-09-14 17:09:50 © Süddeutsche.de/anri/segi/joku