Populisten in der US-Politik Trump-Faktor

Republican presidential candidate Trump gestures and declares 'You're fired!' at a rally in Manchester Republican presidential candidate Donald Trump gestures and declares 'You're fired!' at a rally in Manchester, New Hampshire, June 17, 2015. REUTERS/Dominick Reuter TPX IMAGES OF THE DAY

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Populisten haben in den USA oft verblüffend viel Erfolg. Sie sind gefährlich, verhindern manchmal aber auch Schlimmeres. Und sie bewirken noch im Scheitern erstaunlich viel.

Von Nikolaus Piper

Nein, Donald Trump wird nicht nächster Präsident der Vereinigten Staaten. Der exzentrische Immobilienunternehmer wird höchstwahrscheinlich noch nicht einmal als Kandidat der Republikaner für das Amt nominiert werden. Würde er es doch, dann wäre das vor allem ein wunderbares Geschenk an die demokratische Favoritin Hillary Clinton. Trump mag derzeit bei Meinungsumfragen unter den Republikanern führen, wählbar in Amerika ist er nicht.

Dies festzustellen bedeutet nicht, den Mann mit den grotesk schlechten Manieren kleinzureden, ganz im Gegenteil. Trump ist der klassische amerikanische Populist, der die amerikanische Politik, in diesem Fall die Republikanische Partei, durcheinanderbringt. Viele, vornehmlich weiße Arbeiter in den USA sind tief verunsichert von den Zeitläufen. Ihre Löhne stagnieren seit Jahren, sie haben Angst vor Einwanderern und der Veränderung überhaupt.

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Sie spricht Trump an, wenn er ausfällig gegen Mexikaner wird oder eine Steuer auf Importe fordert. Mit frauenfeindlichen Sprüchen erreicht er Männer, die sich als Opfer der politischen Korrektheit sehen. Sein Slogan "Macht Amerika wieder groß!" spricht all jene an, die sich verraten fühlen - von etablierten Politikern, von den Medien, von den "Eliten" insgesamt.

In den USA müssen Populisten keine Partei gründen

Auch in Deutschland haben Menschen das Gefühl, von den Eliten hereingelegt zu werden, etwa beim Euro oder bei der Einwanderung. Deutschlands Antwort auf dieses Problem hieß Bernd Lucke, ein netter und anerkannter Wirtschaftsprofessor, der eine populistische Partei gründete und an seinen eigenen Leuten scheiterte.

Der Vergleich zwischen Lucke und Trump ist in der Tat lehrreich. In Amerika müssen Populisten keine Partei gründen. Jeder, der will, kann sich um das Amt des Präsidenten bewerben, im Rahmen einer der großen Parteien, oder auch außerhalb. Reich zu sein, hilft dabei enorm, ist aber auch nicht unabdingbar. Es reicht, genügend Spenden einzusammeln. Kein Parteivorstand und keine Kreisdelegiertenversammlung können einen daran hindern. Deshalb mischen Exzentriker mit merkwürdigen Ideen immer wieder die Politik auf und erschrecken das Establishment in Washington.