Bei einer großen Aktion in acht Städten Deutschlands hat die Polizei Wohnungen und Vereinsräume einer islamistischen Gruppe durchsucht.

Mit einer großangelegten Durchsuchungsaktion in acht Städten in Deutschland und Belgien hat die Polizei am frühen Dienstagmorgen ihre Ermittlungen gegen eine vermutlich islamistische Gruppe fortgesetzt.

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Die sieben Verdächtigen sollen unter anderem über Jahre illegal Förder- und Spendengelder gesammelt und für islamistische Ziele eingesetzt haben, wie die federführende Polizei München mitteilte. Sie stünden bisher allerdings nicht im Verdacht, Terroranschläge geplant zu haben, sagte ein Polizeisprecher. Es handle sich eher um ein "Wirtschaftsverfahren".

Bei der Aktion seien Wohnungen sowie Geschäfts- und Vereinsräume in München, Garching, Bornheim, Köln, Hamm, Kerpen, Berlin und Belgien durchsucht und zahlreiche Computer sichergestellt worden. Festgenommen wurde laut Polizei niemand.

Die Staatsanwaltschaft München I wirft den Verdächtigen mehrere Straftaten vor: Sie sollen unter anderem eine kriminelle Vereinigung gegründet, durch Betrug Fördergelder erlangt und mit "betrügerischen Finanzkonstruktionen" Immobilien gekauft haben. Auch Geldwäsche, Urkundenfälschung und Untreue stehen auf der Liste. Zweck von allem sei gewesen, "eigene politisch-religiöse und letztlich islamistische Ziele zu verfolgen", hieß es.

Chef der Gruppe ist nach Polizeiangaben ein 41 Jahre alter Deutscher aus Nordrhein-Westfalen. Er soll in engem Kontakt zu zahlreichen Islamistengruppen stehen, unter anderem zur Muslimbruderschaft. Für eine auch in Deutschland aktive türkische Islamistengruppe koordiniert er laut Polizei den Kauf von Immobilien, die als Gebetsstätten dienen sollen.

Drei weitere Beschuldigte leben in München und Umgebung und pflegen laut Polizei ebenfalls seit Jahren engste Kontakte zu extremistischen Gruppen. Einer von ihnen soll während des Bosnienkrieges Spenden für Waffen gesammelt haben.

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(dpa/gdo)