Von Christoph Schäfer

Die bayerische SPD legte mit Verspätung los, dafür umso heftiger. Landeschef Maget weidete sich an der Zerstrittenheit der CSU. Impressionen aus Vilshofen

Der Wolferstetter Keller in Vilshofen ist rappelvoll - mit einfachen Genossen. 650 sagt die SPD selbst, eine Bedienung meint hingegen: "Mehr als 500 gehen hier gar nicht rein."

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Was erwartet die Basis nun von Parteichef Beck, heute aber auch in Zukunft?

Hans Öller, Stadtrat in Passau und SPD-Mitglied seit 49 Jahren, sagt: "Schmidt war der Stärkste, Brandt war mir der Liebste, aber von Beck halte ich auch viel. ... Der kommt aus kleinen Verhältnissen und sollte deshalb noch wissen, wo dem kleinen Mann der Schuh drückt."

Eine Haudrauf-Rede erwartet er nicht von Beck, "dafür ist er zu anständig. Das wird eher ein fachlich vernünftiger Vortrag." Und das am Politschen Aschermittwoch? Na Prost Mahlzeit.

Ein anderes Parteimitglied sieht die Frage, ob Beck der nächste Kanzlerkandidat werden soll, bereits beantwortet: "Wer soll es denn sonst werden?"

Maget: CSU-Aschermittwoch "Mekka der Heuchler"

Wieder ein anderer erwartet sich "eine vernünftige Aussage zur sozialdemokratischen Politik. Beck soll mehr die Unterschiede in der großen Koalition herausstellen." Der Parteichef solle seine Erfolge als Ministerpräsident herausstellen, "denn in der Bundespolitik hat er sich noch nicht profilieren können."

Inzwischen habe es die Parteioberen doch noch geschafft, Beck vom Flughafen abzuholen und in den Wolferstetter Keller zu bringen. Aber erstmal spricht Landtagsfraktions-Chef Maget.

Der hat anscheinend viel Zielwasser getrunken und schenkt der CSU gleich ordentlich ein: Deren politischer Aschermittwoch in Passau "wird heute zum Mekka der Heuchler und der Scheinheiligen", ruft er den Genossen unter tosendem Applaus zu.

Insbesondere am designierten Ministerpräsidenten Günther Beckstein und am Möchtegern-CSU-Chef Erwin Huber lässt Maget kein gutes Haar: "Mit Leuten, die auf der Schleimspur zu Stoiber ausgerutscht sind, kann man keinen Staat machen."

Auch sei es kein Zufall, sondern pure Absicht, dass das Privatleben von Bundesagrarminister Horst Seehofer in die Presse gezerrt werde, sobald es um die Nachfolge von Ministerpräsident Edmund Stoiber gehe.

So berauscht gibt Maget das Ziel aus, bei der nächsten Landtagswahl die absolute Mehrheit der CSU zu brechen.

Wir bleiben dran.

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(sueddeutsche.de)