Seitdem er Merkels Außenminister werden will, setzt sich Guido Westerwelle nicht mehr jeden Hut auf. Die venezianischen Hochglanzzeiten des Gondel-Dandy-Traums in Weiß sind so vorbei wie der Besuch im Big-Brother-Container. Und obwohl die FDP in den seltsamen Umfragen dieses Wahlkampfes der magischen 18 gefährlich nah gekommen ist, bleiben die Guido-Schuhe im Museum.

Der neue Westerwelle ist: Seriös. Seriös. Seriös. Sogar wenn er, wie auf dem Wahlplakat, im Kontakt mit zufriedenen Bürgern das Sakko weglässt. Nur ein paar Strähnchen im Haar evozieren noch eine gewisse Kylie-Minogue-Fabelhaftigkeit.

Der Mann hat sich in harten Jahren unter Fielmanns Mithilfe gemausert zum Staatsmann-Aspiranten und Gewinner im Christian-Wulff-Lookalike-Wettbewerb. Er ist jetzt der Typ Schwiegersohn, der im Vormittagsprogramm alte Damen betört. Also: absolut wählbar.

Im Nahkampf mit Wählern gibt er sich menschenfreundlich und tierlieb; er streichelt sogar junge Schweine, wie man seiner Homepage entnehmen kann. Doch die Krawatte bleibt immer an.

Fernsehcontainer war gestern: Guido Westerwelle im Oktober 2000 im "Big-Brother"-Haus von RTL. Foto: dpa

22. September 2009, 17:49 2009-09-22 17:49:00