Die Grünen haben eine neue "Herausforderung" ausgemacht: das Internet. So jedenfalls steht es im Text des Vorstands zum Bundesparteitag im November in Kiel. Dort soll es vor allem um Netzpolitik gehen. Das klingt ein bisschen nach einer Antwort auf die Piratenpartei - was die Grünen aber gar nicht gerne hören.
Wenn in der Politik zum Ausdruck gebracht werden soll, dass ein Thema als wichtig erkannt wurde und von nun an absolut ernst zu nehmen ist, wird es gerne mit der Vokabel "Herausforderung" versehen. Der Vorstand der Grünen hat für den Parteitag Ende November in Kiel einen 16-seitigen Antrag über die Chancen des Internets formuliert. Dort ist viel von Herausforderungen die Rede, elf Mal, um genau zu sein. Überhaupt nicht erwähnt wird die Piratenpartei. Man muss sie schon zwischen den Zeilen suchen.
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Das Internet wird den Parteitag der Grünen bestimmen. Mit dem Erfolg der Piratenpartei habe das aber nichts zu tun, sagt Parteichefin Claudia Roth. (© dapd)
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Am Donnerstag haben die Piraten eine Mitteilung veröffentlicht, in der unbescheiden die Rede ist von einem "Ansturm". Wöchentlich gewinne die Partei mehr als tausend neue Mitglieder. Insgesamt seien es bereits 15 000. Das passt zu den Umfragen: Da liegen die Piraten bundesweit bei acht Prozent. Mit dem richtigen Thema zur rechten Zeit klappt es eben auch beim Wähler. Wer wüsste das besser als die Grünen.
Schmerzhaft müssen sie nun erleben, wie eine junge politische Kraft mit einem Thema Erfolge feiert, das den Zeitgeist trifft. Ihnen geht es dabei ein wenig so wie einst der SPD mit den Grünen. Sie halten die Neuen für Fleisch vom eigenen Fleische. "Wir als Bündnis90/Die Grünen nehmen uns dieser Fragen seit über einem Jahrzehnt leidenschaftlich an, die öffentliche Diskussion wird seit Jahren auch von grünen Stimmen mitgeprägt", heißt es im Antrag des Vorstands.
Daran stimmt, dass die Grünen das Thema Internet früh ernster genommen haben als andere, aber eben auch noch nicht wirklich ernst. Im Grundsatzprogramm von 2002 wird das Internet fünf Mal erwähnt. Im Wahlprogramm von 2009 füllt das Kapitel "Digital ist besser - für ein freies Internet" sieben von 220 Seiten.
Auf dem Parteitag sollen die Lücken nun gefüllt werden. "Die Herausforderungen des Internets lassen sich nicht mit den Antworten des 20. Jahrhunderts meistern", ist im Text des Vorstands zu lesen. Die Netzpolitik sei das "große Querschnittsthema unserer Zeit". Sie tangiere schließlich nahezu alle Politikbereiche.
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"Prangert an, wo es anzuprangern gibt und tut nicht so, als ob es ausreichen würde, eine Stimmungskulisse der Politikverdrossenheit zu malen. "
Aha, und die Volksverdrossenheit der Politik die Sie hier so schön malen gereicht als Vorwand sich überhaupt nicht mehr um abweichende Meinungen zu scheren?
Wie detailliert müssen denn die Details sein, damit Sie diese als beachtenswert empfinden?
Reicht der Einsatz eines staatlichen Trojaners unter einem grünen Ministerpräsidenten nicht?
Ich habe schon viel Zeit mit Parteiprogrammen vergeudet, wahrscheinlich mehr als Sie mit lästigen Diskussionen mit dem Souverän. Es ist von teuren PR-Fachleuten feingeschliffenes Gewäsch das nach der Wahl keinen Menschen erst recht keinen Abgeordneten mehr interessiert.
"Aber glaubt ja nicht, dass eure Vorwürfe hier jemanden wirklich interessieren"
Danke, falls noch irgendein Beweis für die Missachtung des Souveräns gefehlt hat, hier ist er.
Antworten wie Ihre sind es, die den Grünen das Genick brechen werden. Nur Öko ist zu wenig. Kennen Sie den?
hervorragender Beitrag,
sie bringen es auf den Punkt,
unsere gutsituierten Grünen Eltern bringen ihre Kinder selbstverständlich auf Privatschulen,
Joschka Fischer ist schon lange Lobbyist beim Atom-Konzern RWE, andere Grüne ähnlich....
und die Kosten und Probleme der Masseneinwanderung überlassen sie gerne dem deutschen Arbeiter,
so läßt s sich "Gutmensch" sein
Da ich als Grüner mit dem Thema Netzpolitik etwa so lange beschäftige, wie die Piraten existieren, war ich sehr auf diesen Antragsentwurf gespannt und wollte mich intensiv in die Diskussion dazu einbringen. Ich hatte mich gefragt, ob ich in diesen Diskussionsbeiträgen auch inhaltliche Anregungen zum Thema finden könnte, gerne auch kritische. Wirklich viel kann ich hier nicht mitnehmen, außer, dass ich mich mal wieder – verlogen wie ich bin – gegen die Kriege in Afghanistan einsetzen muss.
Liebe Leute, ihr werft politischen Akteuren vor, dass sie nicht eure Interessen vertreten. Ihr nehmt in Anspruch, eigene Meinungen zu haben und dass die politischen Parteien – und auch wir Grüne – sie nicht mehr in unseren Diskussionsprozessen abbilden.
Aber lest mal bitte durch, was hier geschrieben wird. Glaubt ihr wirklich, dass die generalkritischen und/oder extrem vagen Äußerungen hier auch nur irgendeinen politischen Akteur interessieren?
Ich bitte euch! Werdet sachlicher! Piekst und kritisiert die politische Arbeit in den politischen Details. Prangert an, wo es anzuprangern gibt und tut nicht so, als ob es ausreichen würde, eine Stimmungskulisse der Politikverdrossenheit zu malen. Macht uns Vorwürfe, wo wir falsch liegen und nicht was wir vor fünf Jahren hätten anders machen müssen. Werdet meinetwegen Mitglied der Piratenpartei, wenn ihr uns ärgern wollt. Aber glaubt ja nicht, dass eure Vorwürfe hier jemanden wirklich interessieren, der seine Zeit für ehrenamtliches Engagement opfert oder einen fetten Terminkalender bei seiner bezahlten Abgeordnetentätigkeit hat.
Der CCC macht das vor, wie man sich politischen Einfluss erkämpft und erarbeitet. Das Lesen von den Kommentaren hier ist für mich dann doch tendenziell eher eine Zeitverschwendung. So kommt es dann zum Eindruck der Arroganz der Politik. Und das, obwohl ich in meiner Partei alles andere als wichtig bin.
Einen schönen Freitag!
sie wissen es nur noch nicht. Aber wer sich mitlerweile auch noch mit 4. klassigem exFDP Material bestückt, hat keine Zukunft.
Paging