Tödlicher Verrat durch SS-Mann - Gericht prüft Vorwurf

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Im Mordprozess gegen den früheren SS-Mann Heinrich Boere (88) prüft das Aachener Landgericht Vorwürfe von Spionage und folgenschwerem Verrat. Dazu habe das Gericht Akten aus niederländischen Archiven bekommen, sagte der Vorsitzende Richter Gerd Nohl an diesem Donnerstag. Auch Boere selbst will sich am nächsten Prozesstag zu neuen Vorwürfen äußern, er habe 1944 im niederländischen Widerstand spioniert und mindestens sieben Fluchthelfer ans Messer geliefert. Die Nebenklage hatte im Zuge ihrer Recherchen Strafanzeige wegen Mordes in sieben Fällen erstattet. Das Gericht terminierte sechs weitere Verhandlungstage bis zum 24. März.

Boere ist wegen Mordes an drei niederländischen Zivilisten angeklagt. Vor dem Aachener Landgericht hat er gestanden, als Mitglied des SS-Mordkommandos "Feldmeijer" drei angebliche Widerstandskämpfer in den vom nationalsozialistischen Deutschland besetzten Niederlanden erschossen zu haben. Er stellte sich als Befehlsempfänger dar und berief sich auf Befehlsnotstand. Die Nebenkläger bewerten ihr Rechercheergebnis dagegen als Nachweis der kriminellen Energie Boeres als eifriger, überzeugter Nationalsozialist.

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(dpa)