Dieter Althaus sorgt mit einem Brief über seinen Skiunfall für Irritationen, Clinton besucht den Irak - und Nordkorea produziert wieder Plutonium.

Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) hat sich nach Informationen des Magazins Spiegel in einem Brief an den Witwer von Beata Christandl, dem Opfer des Skiunfalls, gewandt. Ein österreichisches Gericht hatte Althaus im März zu 33.000 Euro Geldstrafe verurteilt, weil er am Neujahrstag mit hoher Geschwindigkeit gegen die Fahrtrichtung in eine kreuzende Piste eingefahren war. Bei dem Zusammenstoß wurde die 41-jährige Skifahrerin tödlich verletzt. Das Opfer hinterlässt einen Sohn, der zum Zeitpunkt des Unfalls ein Jahr alt war.

Dieter Althaus hat sich erneut zu seinen Gefühlen bezüglich des schweren Skiunfalls geäußert. (© Foto: AP)

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Althaus räume in dem Brief lediglich juristische Schuld ein und spreche von einer Verkettung unglücklicher Umstände, die zu dem tragischen Unfall im Skigebiet Riesneralm in Österreich geführt habe, berichtet das Nachrichtenmagazin. Der Rechtsanwalt des Witwers, Alexander Rehrl, sagte, sein Mandant sei "sehr verwundert" gewesen, dass Althaus seine persönliche Schuld zu relativieren versuche und lediglich zu seiner juristischen Verantwortung stehe. "Mein Mandant hätte sich gewünscht, dass Herr Althaus sich zu seiner Schuld bekennt", sagte Rehrl dem Spiegel.

Dem Focus sagte Althaus, er sei zwar darauf angewiesen, dass die juristische Frage geklärt sei. Zugleich räumte er jedoch ein, dass es ihm wichtig sei, Vergebung zu erfahren. Er selbst habe an den Unfall und an die Zeit direkt danach keine Erinnerung. Deshalb habe er sich zunächst nur indirekt - mit Hinweis auf Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft - zu seiner Schuld bekannt. Auf die Frage, ob er glaube, dass der Ehemann der Toten ihm verziehen habe, antwortete Althaus: "Ja, er hat mir und meiner Frau gegenüber eine ganz klare, faire und nachvollziehbare Formulierung gebraucht."

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Clinton zu Besuch in Bagdad

US-Außenministerin Hillary Clinton ist am Samstag zu einem nicht angekündigten Besuch in Bagdad eingetroffen. Sie soll unter anderem mit Regierungschef Nuri al-Maliki und ihrem Amtskollegen Hoschiar Sibari zu Gesprächen zusammenkommen, berichtete die Agentur Aswat al-Irak. Der Besuch Clintons erfolgt nach einer neuen Welle der Gewalt, in deren Verlauf allein am Donnerstag in Bagdad und anderen Städten des Landes mindestens 155 Menschen ums Leben gekommen waren. Erst vor wenigen Wochen hatte US-Präsident Barack Obama den Abzug amerikanischer Kampfeinheiten aus den irakischen Städten bis zum Sommer angekündigt. Trotz der jüngsten Selbstmordanschläge im Irak sieht die Politikerin keine Anzeichen für einen Rückfall des Landes in die Gewalt früherer Jahre. Die Anschläge seien vielmehr ein Zeichen der Sorge ihrer Urheber, dass der Irak den richtigen Weg eingeschlagen habe, sagte sie.

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Nordkorea produziert wieder Plutonium

Nordkorea hat nach eigenen Angaben damit begonnen, Plutonium aus abgebrannten atomaren Brennstäben zu gewinnen. Angesichts der wachsenden Drohungen aus dem Ausland werde dies zum Ausbau der atomaren Abschreckung beitragen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA. Das Land verfügt Expertenschätzungen zufolge über genug spaltbares Material für mindestens sechs bis acht Atombomben. Nun wolle Nordkorea Plutonium für eine weitere Atombombe gewinnen. Wenige Stunden zuvor hatte ein Ausschuss des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen die Sanktionen gegen Nordkorea verschärft. Drei nordkoreanische Firmen wurden wegen ihrer Mitarbeit am Raketen- und Atomprogramm des Landes auf eine Schwarze Liste gesetzt. Die Verschärfung der Sanktionen folgt einem umstrittenen Raketentest, den Nordkorea trotz internationaler Kritik Anfang April unternahm.

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Isländer wählen neues Parlament

In Island haben am Samstag vorzeitige Parlamentswahlen begonnen. Als klare Favoriten gelten die sozialdemokratische Ministerpräsidentin Jóhanna Sigurdardóttir und ihre Koalitionspartner von den Linksgrünen. Sie hatten im Februar nach heftigen Straßenprotesten gegen die Folgen der Finanzkrise eine große Koalition abgelöst. Island gilt seit dem Zusammenbruch der drei größten Banken vor einem halben Jahr als besonders hart von der Krise getroffen. Im Wahlkampf stand neben der dramatisch steigenden Arbeitslosigkeit die Frage eines EU-Beitritts im Vordergrund. Nach Umfragen kann die rot-grüne Koalition mit mehr als 57 Prozent der Stimmen rechnen. Die traditionell dominierende konservative Selbstständigkeitspartei wird den Erwartungen nach verlieren.

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Finanzen der NPD: Belege für 150.000 Euro fehlen

In den Finanzen der rechtsextremistischen NPD gibt es laut einem Bericht der Bild-Zeitung weitere Unregelmäßigkeiten. Die Partei könne bislang keine Belege für Ausgaben in Höhe von 150.500 Euro aus dem Jahr 2007 vorlegen, berichtet die Zeitung und beruft sich auf einen vom Bundestag veröffentlichten Rechenschaftsbericht. Darin gestehe die Partei ein, dass es ihr bis Ende 2008 "in keiner Weise gelungen" sei, aufzuklären, wohin die Summe geflossen ist. Die Ausgaben seien vom früheren Partei-Schatzmeister Erwin Kemna veranlasst worden, der im September 2008 wegen Untreue zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und acht Monaten auf Bewährung verurteilt worden war.

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(AP)