Finanzminister Steinbrück beklagt den Wahlkampf, die USA zeigen sich Israel gegenüber kompromissbereit und ein Attentäter greift einen saudischen Prinzen an. Meldungen im Überblick.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat die Diskussion um das umstrittene Abendessen für Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann im Kanzleramt als "kleinkariert" bezeichnet. Die Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland dürfe "einladen, wen sie möchte", sagte Steinbrück in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". Die Debatte werde seiner Partei im Wahlkampf nicht nutzen, betonte der SPD-Vize und fügte hinzu: "Ich habe den Eindruck, dass wir im Moment versuchen, sehr moralinsauer sehr kleine Karos aufzuplustern." So etwas gehöre nicht in den Wahlkampf. Die Menschen wollten eine inhaltliche Auseinandersetzung.

Politik kompakt Peer Steinbrück, AFP

Finanzminister Peer Steinbrück: "Die Diskussion ist kleinkariert." (© Foto: AFP)

Anzeige

Wulff: Gorleben oder gar nicht

Im Fall eines Scheiterns von Gorleben als möglichem Atommüll-Endlager will Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) alternative Standorte im Land verhindern. "Ein anderer Standort in Niedersachsen kommt nicht infrage", sagte Wulff. "Solange wir regieren, mit uns nicht." Landesumweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) hatte eine Debatte um die Suche nach anderen Endlager-Standorten auch in Niedersachsen ausgelöst - etwa im Emsland und Bad Zwischenahn. Die Landesregierung setzt aber nach wie vor auf das Projekt in Gorleben.

USA offenbar bei Israels Siedlungspolitik kompromissbereit

Die USA sind offenbar von ihrer Forderung nach einem vollständigen Stopp des israelischen Siedlungsbaus als Voraussetzung für eine Wiederaufnahme der Nahost-Friedensgespräche abgerückt. Zwar habe sich die Position der US-Regierung zu Israels Siedlungspolitik "nicht verändert", sagte Außenamtssprecher Philip Crowley. Jedoch sei das Hauptziel zunächst, die Gespräche zwischen Israel und den Palästinensern wieder in Gang zu bringen.

Selbstmordattentäter verletzt saudiarabischen Prinzen

Ein Selbstmordattentäter hat in Saudi-Arabien ein Mitglied des Königshauses verletzt, das eine führende Rolle im Anti-Terrorkampf innehat. Der Anschlag auf den Staatssekretär im Innenministerium, Prinz Mohammed Najef, habe bei einem Empfang anlässlich des Fastenmonats Ramadan in Dschidda stattgefunden. Nach dem Attentat habe sich König Abdullah sofort ins Krankenhaus begeben, um nach den verletzten Prinzen zu sehen. Der Täter sei ein gesuchter Extremist gewesen, hieß es weiter. Der Mann habe gesagt, er wolle sich stellen, zitierte die Nachrichtenagentur SPA den Königshof.

Nord- und Südkorea vereinbaren Familienzusammenführung

Nord- und Südkorea haben eine neue Runde der Familienzusammenführung auf der seit 56 Jahren geteilten Halbinsel vereinbart. Die Familientreffen sollen bereits im kommenden Monat stattfinden und sind die ersten derartigen Begegnungen seit fast zwei Jahren. Die Treffen sollen ab dem 26. September über einen Zeitraum von sechs Tagen zwischen 200 Familien stattfinden.

Schwarz-Gelb laut ZDF-Politbarometer weiter bei mehr als 50 Prozent

Einen Monat vor der Bundestagswahl können Union und FDP laut ZDF-Politbarometer weiterhin darauf hoffen, gemeinsam mehr als die Hälfte der Stimmen auf sich zu vereinen. Der am Freitag veröffentlichten Umfrage zufolge liegen CDU und CSU derzeit weiterhin bei 37 Prozent, die FDP bei unverändert 14 Prozent. Dadurch kommen die drei Parteien wie bereits in der Vorwoche auf zusammen 51 Prozent der Stimmen. Laut ZDF-Politbarometer haben sich auch die Zustimmungswerte der übrigen Parteien im Vergleich zur Vorwoche nicht verändert: Die SPD bleibt bei 23 Prozent, Grünen und Linkspartei wollten weiterhin zwölf beziehungsweise neun Prozent der Befragten ihre Stimme geben. Auch bei der Kanzlerfrage liegt Amtsinhaberin Angela Merkel (CDU) weiterhin vor ihrem Herausforderer Frank-Walter Steinmeier (SPD). Der Studie zufolge wollen 62 Prozent (minus zwei Prozentpunkte) der Befragten die CDU-Chefin als Kanzlerin behalten. Die Befürworter Steinmeiers fielen um einen Prozentpunkt auf 22 Prozent.

Leser empfehlen 

(AFP)