Nach der Loveparade-Katastrophe mit 21 Toten hat die Staatsanwaltschaft Duisburg Geschäftsräume des Veranstalters Rainer Schaller sowie zweier Sicherheitsfirmen durchsuchen lassen. Das bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Zu Einzelheiten der Aktion wollte er sich jedoch nicht äußern.

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Dem Spiegel zufolge hatten die Ermittler Anfang der Woche in insgesamt sechs Objekten in Berlin, Duisburg, Essen und Köln sowie im bayerischen Taufkirchen und im fränkischen Schlüsselfeld, dem Firmensitz von Schallers Sportstudiokette, Büros durchsucht. Wie aus einem bereits am 9. August erlassenen Beschluss des Amtsgerichts Duisburg hervorgehe, sollten vor allem Daten über die Organisationsstruktur, Auftragsunterlagen und Personaldaten der auf der Loveparade eingesetzten Mitarbeiter gesichert werden, berichtete das Nachrichtenmagazin. Laut dem Sprecher der Staatsanwaltschaft ist derzeit noch nicht abzusehen, bis wann die Ermittlungen abgeschlossen sind und über eine mögliche Anklage entschieden wird.

Unterdessen belegen dem Bericht zufolge neu aufgetauchte Dokumente der Duisburger Stadtverwaltung, dass sich die Polizei vor der Loveparade von den Organisatoren getäuscht fühlte. In einer Sitzung der Arbeitsgruppe Sicherheit hatte der Düsseldorfer Polizeidirektor Jörg Schalk bereits Mitte Juni das dubiose PR-Konzept angeprangert: Die öffentlichen "Aussagen des Veranstalters" wichen "erheblich von denen ab, die in den Sicherheitsbesprechungen benannt wurden", wird Schalk in dem vertraulichen Protokoll zitiert.

Obwohl das Gelände nur für 250.000 Besucher zugelassen war, hatten Veranstalter  Schaller und Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) stets von mehr als einer Million erwarteten Besuchern gesprochen. Schalk warnte, dass die "eigentliche Veranstaltungsfläche ab einer gewissen Besucherzahl überfüllt sein" werde. Es werde "zu Rückstauungen auf den Wegführungen" kommen. Das wiederum werde "zu einem nicht mehr funktionierenden Wegekonzept" führen. Dieses Szenario trat später dann auch ein.

(ddp-bay/dpa)

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