Justizministerin attackiert Vatikan

Anzeige

Bundesjustizministern Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat dem Vatikan vorgeworfen, die Aufarbeitung der Skandale um sexuellen Missbrauch in katholischen Einrichtungen zu behindern. Es habe in vielen Schulen und Einrichtungen eine Art Schweigemauer gegeben, wegen der Informationen nicht ausreichend an die Justiz gelangt sei, sagte die Ministerin im Deutschlandfunk. Um eine Verjährung der Fälle zu verhindern, müsse aber nach Wegen gesucht werden, das Schweigen zu durchbrechen und bereits bei Anhaltspunkten auf Missbrauch möglichst frühzeitig Ermittlungen durch die Justiz zu ermöglichen, forderte die FDP-Politikerin.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hatte sich zuvor für längere Verjährungsfristen bei Missbrauchsfällen ausgesprochen. Dies sei sinnvoll, weil die Erfahrung zeige, dass oft erst nach vielen Jahren über Missbrauch gesprochen werde und die Täter womöglich straffrei blieben, sagte Schavan der Passauer Neuen Presse. Die Justizministerin sieht hierin allerdings "kein Allheilmittel".

Leser empfehlen 
Lesetipp aus der aktuellen SZ: Die Pflicht zur Kür

Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...