Politik kompakt Längere Atomlaufzeiten - am Bundesrat vorbei

Die schwarz-gelbe Regierung will längere Laufzeiten für Atomkraftwerke ohne Beteiligung des Bundesrats durchsetzen. Kurzmeldungen im Überblick.

Die Bundesregierung will längere Laufzeiten für die deutschen Atomkraftwerke ohne die Beteiligung des Bundesrates durchsetzen. "Bei der Verlängerung der Laufzeiten werden wir ein verfassungskonformes, zustimmungsfreies Gesetz haben", kündigte Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) in einem Gespräch mit der WAZ-Mediengruppe an. Mit der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am vergangenen Sonntag hat die schwarz-gelbe Koalition im Bundesrat ihre Mehrheit verloren.

Atomkraftwerk Biblis, Hessen, ddp

Streitpunkt Atomkraft: Die schwarz-gelbe Regierung will längere Laufzeiten für Atomkraftwerke ohne Beteiligung des Bundesrats durchsetzen - und so die Opposition ausmanövrieren.

(Foto: Foto: ddp)

Pofalla sagte, so sei damals auch die rot-grüne Bundesregierung unter Kanzler Gerhard Schröder (SPD) vorgegangen: "Schröder hat die Begrenzung der Laufzeiten seinerzeit auch ohne den Bundesrat gemacht."

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU), aber auch andere Unionspolitiker wie Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers waren bislang davon ausgegangen, dass eine Verlängerung der Atommeiler-Laufzeiten vom Bundesrat mitbeschlossen werden muss.

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