FDP-Politiker wollen noch vor der Sommerpause eine Einigung über die Eckdaten möglicher Steuersenkungen erreichen. Der Koalitionspartner CSU plädiert dagegen dafür, das Tempo zu drosseln.
Führende FDP-Politiker verlangen von den Spitzen der Koalition noch vor der parlamentarischen Sommerpause mehr Klarheit zu den angepeilten Steuersenkungen. "Beim Thema Steuern müssen sich die Koalitionsspitzen noch vor der Sommerpause auf ein sauberes, belastbares Verfahren verständigen, wie der Zeitpunkt und der finanzielle Rahmen einer Steuerreform ermittelt werden und welche weiteren Sparmaßnahmen notwendig sind", sagte Fraktionsvize Florian Toncar der Nachrichtenagentur Reuters. Die Sommerpause beginnt Ende nächster Woche.
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Toncar kritisierte zugleich, dass in den einzelnen Ministerien angesichts der verbesserten Einnahmesituation bereits die Begehrlichkeiten nach Mehrausgaben wüchsen. "Es kann nicht sein, dass an verschiedenen Stellen zusätzliches Geld ausgegeben wird, aber bei Entlastungen und mehr Steuergerechtigkeit für die Bürger stets vor den Gefahren für die Nettokreditaufnahme gewarnt wird."
Der FDP-Finanzexperte Frank Schäffler geht nach eigenen Worten davon aus, dass es noch vor der Sommerpause eine Verständigung der Parteivorsitzenden auf Steuerentlastungen geben werde und entsprechende Arbeitsaufträge an Finanzminister Wolfgang Schäuble erteilt würden. "Dann werden wir das im Herbst umsetzen", sagte Schäffler.
Die CSU-Landesgruppe will Steuersenkungen dagegen nicht im Eiltempo durchpeitschen und erwartet konkrete Pläne erst nach der Sommerpause. Die Pause gebe denen Zeit, "die die Rechnung machen müssen", sagte Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt der Nachrichtenagentur dapd..Danach "könnten wir dann zu konkreten Entscheidungen kommen", fügte sie hinzu Hasselfeldt.
Die stellvertretende FDP-Vorsitzende Sabine Leutheusser-Schnarrenberger mahnt dagegen beim Thema Steuererleichterungen zu Geschlossenheit. Eine Entlastung der Bürger gelinge am besten, "wenn wir in der Koalition darauf verzichten, mit immer neuen Vorschlägen an die Öffentlichkeit zu treten", sagte die Bundesjustizministerin dem Hamburger Abendblatt.
SPD-Chef Sigmar Gabriel bezeichnete die schwarz-gelben Steuersenkungspläne für verfassungswidrig. Der Wirtschaftswoche sagte er: "Steuersenkungen auf Pump sind in der jetzigen Situation ein glatter Verfassungsbruch." Er bekräftigte: "Deswegen werden wir diesem Steuer-Irrsinn im Bundesrat nicht zustimmen".
(Reuters/dapd/dpa)
Der syrische Präsident Assad reagiert mit Entlassungen auf die blutigen Proteste in seinem Land und bei einem Bombenanschlag in Afghanistan wird eine ganze Familie getötet - gerade als sie auf dem Rückweg in ihre alte Heimat waren. Lesen Sie auf den folgenden Seiten weitere Kurznachrichten.
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Documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev
Ich verstehe die Mitglieder der FDP nicht. Der Vorstand hat doch nun wirklich eindeutig bewiesen, dass er es nicht kann. Westerwelles Vorschläge VOR der Wahl waren ja gut und klug. Nach der Wahl kam: Steuersenkung, Steuersenkung.... und nichts anderes. Daneben Klientelpolitik. Das ist doch keine liberale Politik. Und der Parteivorsitzende grinst sich durch die Welt. Wenn heute Wahlen wären und die FDP 2% bekäme, dann wäre ich überrascht. Nicht über das schlechte Ergebnis. ûber die Leute, die diese Parteil wirklich gewählt haben.
Die FDP kann (und will) es nicht lassen: sie ist angetreten, die Steuern zu senken. Und kam damit bis heute nicht durch.
Aber was nützt denn bitte eine Steuersenkung?
Das bringt nur noch mehr (unnötige) Bürokratie in den bisher
schon längst unübersichtlichen Steuerdschungel!
Viel besser wäre es, endlich einmal über Steuervereinfachungen
nachzudenken und diese auch wirklich durch zu setzen.
Aber, wie so oft schon, gibt es da die eine und andere Lobby, die
das wohl nicht will und gezielt zu torpedieren weiss.
Dabei müssten sich wirklich nur mal alle(!) an einen Tisch setzen,
also nicht nur die Politiker aller Fraktionen, sondern auch die
Praktiker. Denn mit all diesen zusammen würde wohl eine wirkliche
Vereinfachung möglich sein, Ideen hierzu gibt es schliesslich schon
zur Genüge.
Klar ist auch, dass eine umfassende Vereinfachung aller Steuergesetze von sehr langer Hand vorbereitet werden muss - aber dafür können wenigstens die jetzigen undurchsichtlichen Gesetze dann endlich einmal über Bord geworfen werden!