Politik kompakt Bombe explodiert nahe Erdogans Büro

Vier Tage nach einem Anschlag in Istanbul ist in der Türkei erneut eine Bombe explodiert. Die Hintergründe der Attentate sind unklar. Sie scheinen der Regierungspartei AKP zu gelten.

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Bei einem Bombenanschlag in der türkischen Hauptstadt Ankara ist ein Mensch verletzt worden. Nach Behördenangaben explodierte der in einer Plastikflasche versteckte Sprengstoff etwa 20 Meter vom Ministerpräsidentenamt entfernt. In der Nähe des Tatorts befinden sich zudem das oberste Berufungsgericht, mehrere Ministerien sowie das Gebäude des Generalstabs der Armee.

Beamte sichern Spuren nach der Bombenexplosion in Ankara.

(Foto: REUTERS)

Gouverneur Alaaddin Yüksel sagte, es seien etwa 150 Gramm Sprengstoff genutzt worden. Bei der Detonation wurde ein Mitarbeiter des Berufungsgerichtes verletzt. Rund anderthalb Stunden nach der Explosion begann im Ministerpräsidentenamt eine Kabinettsitzung unter Leitung von Regierungschef Recep Tayyip Erdogan.

Gouverneur Yüksel wollte sich nicht zu möglichen Tätern und Motiven äußern. Laut Medienberichten soll ein etwa 30 bis 35 Jahre alter Mann die in einer Tüte versteckte Flasche mit der Bombe abgestellt haben. Erst in der vergangenen Woche hatten Unbekannte einen Bombenanschlag auf die Polizei in Istanbul verübt und 16 Menschen verletzt. Danach hatte Erdogan angedeutet, dass er die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) hinter der Gewalttat vermutete.

Laut Presseberichten nahmen die Sicherheitsbehörden einen Lokalpolitiker der legalen Kurdenpartei BDP im Zusammenhang mit dem Istanbuler Anschlag fest. Nach dem neuen Anschlag vom Montag sagte Kulturminister Ertugrul Günay, offenbar versuchten einige, die Spannungen im Land wieder wachsen zu lassen. Eine PKK-Splittergruppe, die "Freiheitsfalken Kurdistans" (TAK), hatten sich in den vergangenen Jahren zu mehreren Anschlägen in türkischen Metropolen bekannt. Die PKK kämpft seit 1984 gegen den türkischen Staat.

(AFP/dpa/dapd)

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