Potsdam Ansturm auf Beratungsstelle für Ex-DDR-Heimkinder

Vor der Eröffnung der Potsdamer Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder in der DDR hat die Einrichtung einen Ansturm erlebt. 350 Menschen sollen sich bereits gemeldet haben. Sie hoffen auf Zahlungen aus einem 40-Millionen-Euro-Fonds.

Bereits vor der Eröffnung der regionalen Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder in der DDR an diesem Freitag in Potsdam hat die Einrichtung einen Ansturm Betroffener erlebt. 350 Menschen hätten sich dem Sprecher der Aufarbeitungsbeauftragten des Landes zufolge bereits gemeldet. Die Beratungsstelle soll Ex-Heimkindern bei der Suche nach Akten helfen sowie mögliche Zahlungen aus dem Fonds für Heimerziehung unterstützen.

Grundlage für den mit 40 Millionen Euro ausgestatteten Fonds ist eine Vereinbarung zwischen dem Bundesfamilienministerium und den Ost-Ländern. Die Beratungsstelle soll befristet bis 2017 arbeiten und wird vom Land mit 644.000 Euro finanziert. Viele Kinder und Jugendliche hatten in DDR-Heimen erhebliches Leid und Unrecht erfahren. Bei der Beratung gilt das Wohnortprinzip: Jedes ehemalige DDR-Heimkind, das heute in Brandenburg lebt, kann sich in Potsdam melden.

Auf dem Gebiet des heutigen Landes Brandenburg lebten laut Sprecher zwischen 1949 und 1990 rund 75 000 Kinder in Heimen, davon 20 000 in Spezialheimen. Das Geld aus dem Fonds solle Menschen helfen, Therapien zu bezahlen, die von den Krankenkassen nicht übernommen werden. Dazu müsse nachgewiesen werden, dass die Krankheit durch einen Heimaufenthalt verursacht wurde. Dauerhafte Zahlungen, wie etwa eine Rente, gebe es nicht. Nur wer im Alter zwischen 14 und 18 Jahren arbeiten musste, ohne dafür Rentenansprüche zu haben, könne eine Einmalzahlung beantragen.