Politicker Berlin reagiert zurückhaltend auf Nordkoreas Aussöhnungsinitiative

Die Bundesregierung ist skeptisch angesichts der Ankündigung von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Er hatte einen "radikalen politischen Kurswechsel" gegenüber Südkorea angekündigt.

Die Bundesregierung hat die nordkoreanische Führung nach deren Ankündigung eines radikalen politischen Kurswechsels aufgerufen, ihren Worten konkrete Taten folgen zu lassen. Daran werde man Nordkorea messen, kündigte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Andreas Peschke, in Berlin an.

Entscheidend sei, ob die nordkoreanische Führung sich künftig für eine Entspannung auf der koreanischen Halbinsel einsetze. Für eine abschließende Bewertung der Rede von Staatschef Kim Jong Un, die widersprüchliche Passagen enthalte, sei es derzeit noch zu früh. Wenn Nordkorea es mit dem Kurswechsel allerdings ernst meine, müsse es künftig provokative Akte wie den Raketenstart im Dezember unterlassen.

Nordkoreas Staatschef Kim hatte sich in einer am Dienstag ausgestrahlten Neujahrsansprache überraschend für eine Aussöhnung mit dem Süden ausgesprochen. Die Beendigung der Konfrontation sei eine wichtige Voraussetzung, um die Teilung des Landes zu überwinden und die Wiedervereinigung zu erreichen, sagte er.

Weil die Nachbarländer nach dem Krieg von 1950 bis 1953 keinen Friedensvertrag unterzeichnet haben, befinden sie sich rein rechtlich noch immer im Kriegszustand. Es ist nicht das erste Mal, dass das Land eine Aussöhnung anbietet. Experten zufolge könnte das Motiv für die jüngste Initiative vor allem darin begründet liegen, dass sich der Norden vom Süden wirtschaftliche Hilfe erhofft.