Afghanistan Afghanistan misstraut eigenen Soldaten - Hunderte suspendiert

Nach den tödlichen Angriffen auf Nato-Truppen hat die afghanische Armee Hunderte Soldaten wegen möglicher Verbindungen zu Extremisten vom Dienst suspendiert, festgenommen oder entlassen.

Nach den tödlichen Angriffen auf Nato-Truppen hat die afghanische Armee Hunderte Soldaten wegen möglicher Verbindungen zu Extremisten vom Dienst suspendiert, festgenommen oder entlassen.

Wie das Verteidigungsministerium mitteilte, waren die Dokumente der Betroffenen entweder unvollständig oder gefälscht. Sie stünden im Verdacht, Kontakte zu den Aufständischen zu haben. Das Ministerium wollte sich nicht festlegen, ob die Soldaten aus den Taliban-Hochburgen im Süden und Osten stammten.

Der afghanische Präsident Hamid Karsai versicherte NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Mittwoch per Telefon, alles zu tun, um die Angriffe zu stoppen. Die Attacken schüren das Misstrauen zwischen den Truppen und haben die USA veranlasst, die Ausbildung von Dorfpolizisten auszusetzen.

In diesem Jahr sind bislang mindestens 45 Nato-Soldaten durch Afghanen getötet worden, die zu den einheimischen Sicherheitskräften gehörten. 15 davon starben allein im August. Im gesamten vergangenen Jahr gab es insgesamt 35 derartige Todesfälle.

Außerdem meldet die Nachrichtenagentur dpa, dass beim Absturz eines Hubschraubers der Internationalen Schutztruppe Isaf im Osten Afghanistans zwei ausländische Soldaten ums Leben gekommen seien. Der Zwischenfall habe sich in der Provinz Logar ereignet, teilte die Nato-geführte Isaf mit, ohne Einzelheiten zu nennen.