Politbarometer Wähler rechnen bei großer Koalition mit Bewegung

Die Elefantenhochzeit wird mehrheitlich positiv beurteilt, ebenso wie die designierte Kanzlerin Angela Merkel. In der Sonntagsfrage profitiert aber die SPD von Schwarz-Rot.

Nach der Einigung von Union und SPD auf Koalitionsverhandlungen rechnet die Mehrheit der Bevölkerung mit Bewegung in Deutschland. 64 Prozent glauben, dass Reformen mit einer großen Koalition eher vorankommen, nur 33 Prozent sehen das nicht so, wie das am Freitag veröffentlichte Politbarometer für das ZDF ergab.

Eine Kanzlerin Angela Merkel findet dabei inzwischen auch eine Mehrheit gegenüber dem scheidenden Amtsinhaber Gerhard Schröder: 58 Prozent finden Merkel als Kanzlerin gut, 40 Prozent nicht. Wenn Schröder Kanzler einer großen Koalition geworden wäre, hätten das insgesamt 40 Prozent der Befragten besser gefunden und 44 Prozent schlechter.

SPD legt in Sonntagsfrage zu

Insgesamt bezeichneten 58 Prozent eine große Koalition als gut, 28 Prozent halten sie für schlecht und 11 Prozent ist das egal. In der vergangenen Woche hatten sich allerdings noch 63 Prozent für ein Bündnis aus Union und SPD ausgesprochen.

Allerdings erwarten nur 62 Prozent, dass sich Merkel in wichtigen politischen Fragen als Kanzlerin durchsetzen wird - 34 Prozent rechnen eher nicht damit. Mit der Aufteilung der Kabinettsposten und der daraus resultierenden Stimmengleichheit im Bundeskabinett sind 64 Prozent einverstanden, 31 Prozent nicht.

51 Prozent glauben, dass Union und SPD gleich viel Einfluss haben werden. Einen größeren Einfluss der Union sehen 34 Prozent, 11 Prozent sehen ihn bei der SPD.

Profitieren kann von der Einigung vor allem die SPD: Sie steigert sich in der politischen Stimmung um zwei Prozentpunkte auf 36 Prozent, während die Union zwei Punkte auf 41 Prozent verliert. Die FDP kommt auf 7 Prozent (plus 1), die Linkspartei.PDS und die Grünen jeweils unverändert auf 7 Prozent.

Wulff weiter am beliebtesten

Wenn schon am nächsten Sonntag wieder Bundestagswahl wäre, käme die Union auf 38 Prozent (minus 1), die SPD auf 35 Prozent (plus 1), die FDP auf 8 Prozent (plus 1), die Linkspartei.PDS auf 8 Prozent (minus 1) und die Grünen auf 7 Prozent (unverändert). Die sonstigen Parteien zusammen erhielten 4 Prozent (unverändert).

Damit hätte weiterhin weder eine Koalition aus CDU/CSU und FDP noch eine aus SPD und Grünen eine parlamentarische Mehrheit.

Bei der Beurteilung der zehn wichtigsten Politiker und Politikerinnen liegt weiter Christian Wulff mit einem etwas verschlechterten Durchschnittswert von 1,9 auf Platz eins. Danach folgen Friedrich Merz (1,6), Joschka Fischer (1,5), Merkel (1,3), Schröder (1,0), Franz Müntefering (0,8), Roland Koch (0,4), Guido Westerwelle (0,3), Edmund Stoiber (minus 0,1) und Gregor Gysi (minus 1,0).

Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte vom 11. Bis 13. Oktober 1.280 Wahlberechtigte. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in ganz Deutschland. Die Fehlertoleranz bei den großen Parteien beträgt 2,7 Prozentpunkte, bei den kleineren 1,4 Prozentpunkte.