Der Vorsprung von Union und FDP in den Umfragen wird knapper: Mit 50 Prozent liegen die beiden Oppositionsparteien in der Sonntagsfrage nur noch zwei Punkte vor SPD, Grünen und Linkspartei (48 Prozent). In der politischen Stimmung konnten sich die Sozialdemokraten im Vergleich zur Vorwoche deutlich verbessern.

Wie das ZDF weiter berichtet, kommt die SPD in der politischen Stimmung jetzt auf 34 Prozent. Das sind vier Prozentpunkte mehr als vor einer Woche. Bei leichten Verlusten erreicht die Union jetzt 42 Prozent (minus zwei Punkte). Die Grünen verlieren ebenfalls und kommen nur noch auf sechs Prozent (minus zwei Punkte). Die FDP verharrt bei sieben Prozent. Die Linkspartei verbessert sich leicht und erreicht jetzt acht Prozent (plus einen Punkt).

Gerhard Schröder

Kann sich über bessere Umfragewerte für seine Partei freuen: Bundeskanzler Schröder. (© Foto: AP)

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Weiterhin könnten Union und FDP mit einer Mehrheit im Bundestag rechnen, die allerdings recht knapp ausfiele. Dies geht aus der so genannten Sonntagsfrage hervor, bei der anders als bei der politischen Stimmung längerfristige Überzeugungen und Bindungen an die Parteien sowie taktische Überlegungen der Wähler stärker berücksichtigt werden.

Die SPD könnte demnach nun mit 32 Prozent der Stimmen rechnen (plus zwei Punkte), die CDU/CSU unverändert mit 43 Prozent. Grüne und FDP verschlechtern sich jeweils um einen Punkt auf sieben Prozent. Die Linkspartei würde acht Prozent der Stimmen erhalten. Mehr als jeder vierte Befragte - 28 Prozent - gab jedoch an, er sei sich noch nicht sicher, wen er wählen werde.

Mehrheit erwartet Sieg von Schröder bei TV-Duell

Bei der Frage nach einer Direktwahl des Bundeskanzlers konnte Amtsinhaber Gerhard Schröder (SPD) seinen Vorsprung vor Unionskandidatin Angela Merkel (CDU) wieder ausbauen. Schröder legte um zwei Punkte auf 49 Prozent zu, Merkel verlor einen Punkt auf 41 Prozent.

Schröder punktet besonders bei den Sympathiewerten (50 zu 22 Prozent), Durchsetzungsfähigkeit (40 zu 28 Prozent), Sachverstand (30 zu 22 Prozent) und Regierungsfähigkeit (34 zu 22 Prozent). Merkel liegt bei der Frage nach der Glaubwürdigkeit vorn (26 zu 22 Prozent), bei der Kompetenz für neue Arbeitsplätze (32 zu acht Prozent) und bei der Lösung von Zukunftsproblemen allgemein (32 zu 18 Prozent).

48 Prozent der Befragten erwarten zudem, dass sich Schröder im TV-Duell am Sonntag besser schlagen wird und nur elf Prozent trauen das Merkel zu. 34 Prozent erwarten keine großen Unterschiede.

Schröder und Fischer deutlich positiver bewertet

Bei der Bewertung der zehn wichtigsten Politiker nimmt der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) weiter den ersten Platz ein. Auf der +5/-5-Skala kommt er weiterhin auf einen Durchschnittswert von 1,5. Auf Platz zwei folgt deutlich verbessert Außenminister Joschka Fischer (Grüne) mit 1,2 (zuvor 0,9). Noch stärker zugelegt hat Schröder mit nun 1,1 (zuvor 0,7). Fischer und Schröder überholen damit Merkel mit 1,0 (zuvor 0,9), die auf Platz vier zurückfällt. Bessere Werte gibt es auch für SPD-Chef Franz Müntefering mit 0,4 (zuvor 0,1).

Im Minusbereich liegt auf Platz sechs bereits der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) mit unverändert minus 0,1 vor FDP-Chef Guido Westerwelle mit ebenfalls unverändert minus 0,4 und CSU-Chef Edmund Stoiber mit minus 0,7 (zuvor minus 0,9). Den Schluss bilden die beiden Spitzenkandidaten der Linkspartei, Gregor Gysi mit minus 1,1 (zuvor minus 1,4) und Oskar Lafontaine mit minus 2,0 (zuvor minus 1,9).

Nur auf geringe Zustimmung stoßen die Steuervorschläge von Merkels Finanzexpertem Paul Kirchhof. Seine Forderung nach einem einheitlichen Steuersatz von 25 Prozent in Verbindung mit dem Abbau von Steuervergünstigungen halten nur 29 Prozent für eine gute Idee, 34 Prozent lehnen Kirchhofs Vorschlag ab.

Die Angaben beruhen auf einer repräsentativen Umfrage der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen, die vom 30. August bis zum 1. September 1305 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte telefonisch befragt hat. Die Fehlertoleranz wird für die großen Parteien mit 2,7 Prozentpunkten angegeben, für die kleineren Parteien mit 1,4 Punkten.

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(sueddeutsche.de/AFP)