Die SPD hat in der Gunst der Wähler leicht zugelegt, bleibt aber weiterhin nur halb so stark wie die Union. In der politischen Stimmung verbesserten sich die Sozialdemokraten von 22 auf 25 Prozent. Die CDU/CSU verschlechterte sich leicht um einen Prozentpunkt auf 52 Prozent.
Die Grünen legten auf elf Prozent (plus zwei) zu, die FDP liegt bei fünf (minus eins), die PDS unverändert bei vier Prozent. Das ergab das am Freitag veröffentlichte ZDF-Politbarometer.
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Bei der so genannten Sonntagsfrage, die auch längerfristige Überzeugungen und Parteienbindungen der Wähler berücksichtigt, würde die SPD unverändert 29 Prozent der Stimmen erhalten.
Grüne gewinnen zu Lasten der FDP
Die CDU/CSU käme auf 48 Prozent (unverändert), die Grünen auf zehn Prozent (plus eins), die FDP auf fünf Prozent (minus eins) und die PDS auf vier Prozent (unverändert). Falls die PDS nicht über Direktmandate in den Bundestag einziehen könnte, hätte die Union damit eine deutliche absolute Mehrheit.
Bei der Einschätzung der zehn wichtigsten Politiker in Deutschland, die auf einer Skala von plus fünf bis minus fünf beurteilt werden, schneidet Außenminister Joschka Fischer (Grüne) mit unveränderten 1,8 wieder am besten ab.
Mit deutlichem Abstand folgen der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber mit 0,6 sowie der CDU-Finanzpolitiker Friedrich Merz und Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) mit jeweils 0,4.
Befragte: Schröder hat SPD nicht im Griff
CDU-Chefin Angela Merkel liegt mit 0,3 auf Platz fünf, gefolgt von Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) mit minus 0,3 und Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) mit minus 0,5. Auf den letzten Plätzen liegen FDP-Chef Guido Westerwelle mit minus 0,6 sowie Finanzminister Hans Eichel und Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (beide SPD) mit jeweils minus 0,9.
Kanzler Schröder steht offenbar auch in seiner eigenen Partei unter Druck: Unmittelbar vor dem SPD-Parteitag in der kommenden Woche meinen nur 15 Prozent der Befragten, dass die SPD in wichtigen politischen Fragen hinter ihm steht. Dagegen nehmen 79 Prozent an, dass es größere Differenzen gibt.
Stoiber hat mehr Einfluss in der Union als Merkel
CDU-Chefin Angela Merkel schneidet nicht viel besser ab. 58 Prozent der Befragten sind davon überzeugt, dass die CDU nicht voll hinter dem Kurs der Parteivorsitzenden steht.
Dazu kommt, dass eine Mehrheit der Befragten CSU-Chef Edmund Stoiber mehr Einfluss innerhalb der Union zumessen: 59 Prozent. Nur 29 Prozent sehen Angela Merkel in der stärkeren Position.
Für das Politbarometer befragte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen in der Zeit vom 10. bis 13. November 1240 zufällig ausgewählten Wahlberechtigte. Die Fehlertoleranz bei den großen Parteien beträgt 2,7 Prozentpunkte, bei den kleineren 1,4 Prozentpunkte.
(sueddeutsche.de/AFP)
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