Nach den schlechtesten Umfrage-Werten aller Zeiten haben sich die Sozialdemokraten in der Wählergunst leicht erholt. Sowohl in der politischen Stimmung als auch in der Sonntagsfrage legt die SPD zu. Der Rücktritt von Gerhard Schröder als Parteichef scheint damit allerdings wenig zu tun zu haben.

In der politischen Stimmung können die beiden Regierungsparteien den Abstand gegenüber dem Oppositionslager aus CDU/CSU und FDP im Februar nur geringfügig verkürzen. Während die SPD zulegt und nun auf 26% (+3) kommt, sind für die Grünen leichte Einbußen zu verzeichnen, sie erreichen aktuell 10% ( 1). Die CDU/CSU liegt stabil bei 52%, die FDP verbessert sich leicht auf 6% (+1). Die PDS fällt wieder um einen Punkt auf 4% zurück.

Anzeige

Der Zuwachs in der politischen Stimmung wirkt sich für die SPD auch in der Sonntagsfrage leicht positiv aus: Die Regierungspartei erreicht nun wieder 29% (+1), nachdem sie im Dezember und Januar nur noch bei 28% gelegen hatte. Dies war der schlechteste Wert, auf den die SPD im Politbarometer der Forschungsgruppe Wahlen seit 1977 je gesunken war.

Fischer legt an Sympathie wieder zu

Die Grünen können erneut mit 10% rechnen, und auch für die CDU/CSU mit 48% und die FDP mit 5% gibt es im Vergleich zum Januar keine Veränderungen. Die PDS bleibt bei 4%, die sonstigen Parteien verlieren leicht und erreichen 4%. Sollte es der PDS nicht über den Gewinn von drei Direktmandaten gelingen, als Fraktion ins Parlament einzuziehen, hätte die CDU/CSU nach wie vor die absolute Mehrheit im Bundestag, wenn am nächsten Sonntag wirklich Wahl wäre.

Bei den beliebtesten Politikern steht Außenminister Joschka Fischer weiter unangefochten auf Platz eins und zwar mit einer klaren Verbesserung gegenüber dem Vormonat: 1,8 nach 1,4 im Januar. Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber wird aktuell mit 0,4 bewertet, damit hat er sowohl im Rang als auch im Wert wieder deutlich an Image gewonnen.

Für die CDU-Chefin Angela Merkel ist es mit jetzt 0,4 nur leicht aufwärts gegangen. Neueinsteiger Franz Müntefering wird mit 0,3 leicht positiv eingestuft, bei den SPD-Anhängern kommt er auf 2,3. Schröder fällt auf Rang neun zurück

Noch etwas unzufriedener als im Januar sind die Befragten mit Bun-deskanzler Gerhard Schröder in der Woche nach seinem Rücktritt als SPD-Chef ( 0,5). Sozialministerin Ulla Schmidt schließlich steht trotz einer minimalen Verbesserung wieder mit einem außerordentlich schlechten Ansehen ( 1,6) am Ende der Rangliste.

Circa zwei Drittel der Deutschen (67%) sind der Meinung, dass es eine richtige Entscheidung von Bundeskanzler Gerhard Schröder war, vom SPD-Parteivorsitz zurückzutreten. 21% vertreten die gegenteilige Auffassung, 12% wissen es nicht.

Dass die beschlossene Aufgabenteilung zwischen dem Bundeskanzler und dem designierten Parteichef die SPD aus der Krise führen wird, glauben nur 24% der Deutschen. Die große Mehrheit von 67% der Bevölkerung schätzt, dass dieser Schritt der SPD nicht helfen wird, aus ihrem Tief herauszukommen. 9% antworten nicht.

Leser empfehlen 

(sueddeutsche.de)