Ein Aufholprozess der amtierenden Bundesregierung, wie er bei den vergangenen drei Bundestagswahlen zu beobachten war, bleibt weiter aus. Schwarz-Gelb hat nach wie vor eine Mehrheit, 57 Prozent der Deutschen wollen einen Regierungswechsel.

In der politischen Stimmung gut drei Wochen vor der Bundestagswahl kann sich die SPD auf 30% (+2) verbessern, die CDU/CSU bleibt unverändert bei 44%. Die Grünen verlieren leicht und kommen auf 8% (-1), die FDP fällt auf 7% (-1) zurück. Die Linkspartei hat ein weiteres Mal Einbußen und erreicht jetzt 7% (-1). Die sonstigen Partein liegen zusammen bei 4% (+1).

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In den alten Bundesländern liegt die CDU/CSU mit 47% (unverändert) weiter mit großem Abstand vor der SPD mit 31% (+3). Die Grünen kommen auf 8% (-2), die FDP auf 7% (-1) und die Linke auf 4% (-1). Deutlich anders ist die politische Stimmung im Osten: Dort liegt die Union mit 33% (+1) erheblich knapper vor der SPD, die 28% (-1) erreicht. Drittstärkste Kraft in den neuen Ländern ist die Linkspartei mit 21% (-2), die Grünen (-1) kommen wie die FDP (+2) auf 7%.

Wäre bereits am kommenden Sonntag Bundestagswahl, könnte die SPD mit 30% (+1) rechnen, die CDU/CSU käme auf konstant 43%. Die Grünen hätten leichte Verluste und würden 8% (-1) erreichen, die FDP bliebe bei 8%. Die Links-partei käme unverändert auf 8% und die sonstigen Parteien auf 3%. Zwi-schen den beiden Lagern würde sich im Vergleich zur Vorwoche also nichts ändern und Schwarz-Gelb hätte nach wie vor eine Mehrheit im Parlament.

Große Koalition nur knapp vorne

Der Wunsch nach einem Wechsel der Regierungsparteien fällt aktuell stärker aus als vor drei Jahren wenige Wochen vor der letzten Bundestagswahl: Während Mitte August 2002 etwa gleich viele Befragte sich für bzw. gegen einen Wechsel ausgesprochen hatten, sagt jetzt eine absolute Mehrheit von 57% der Deutschen, es wäre an der Zeit, dass andere Parteien an die Regierung kommen, 37% sehen das nicht so.

Sollte nach der Bundestagswahl keine Partei über eine absolute Mehrheit verfügen, so befürwortet eine relative Mehrheit von 28% der Befragten die Bildung einer großen Koalition aus SPD und CDU/CSU. 26% präferieren eine Zusammenarbeit von Union und Liberalen, nur 15% sprechen sich für eine dritte Legislaturperiode mit einem rot-grünen Kabinett aus.

Genau wie in der Vorwoche gibt auch jetzt wieder eine relative Mehrheit der Wahlberechtigten (47%) Gerhard Schröder als künftigem Bundeskanzler den Vorzug vor Angela Merkel (42%).

Stoiber weiter sehr unbeliebt

Beliebtester Politiker mit einem Wert von 1,5 ist weiterhin der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff. Auf Rang zwei folgen mit 0,9 Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel vor Joschka Fischer mit ebenfalls 0,9. Aufgrund der besseren Beurteilung durch die eigenen Anhänger belegt Angela Merkel die Position vor dem Außenminister. Bundeskanzler Gerhard Schröder ist mit 0,7 Vierter.

Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber kann sich von seinem Absturz in der letzten Woche nicht erholen und wird mit einem Wert von -0,9 nur geringfügig weniger schlecht beurteilt als zuvor.

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(sueddeutsche.de)