Nach drei Jahren stellt die SPD wieder Deutschlands beliebtesten Politiker. Der neue Parteichef Matthias Platzeck taucht erstmals in dieser Rangliste auf - an der Spitze. Gute Noten erhält er über alle Lager hinweg.

Der neue SPD-Vorsitzende und brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck übernimmt mit einem sehr guten Wert von 2,4 direkt Platz eins auf der Rangliste der zehn wichtigsten Politiker. Auffällig ist dabei, dass der Neueinsteiger Platzeck über alle politischen Lager hinweg gute Noten erhält.

beliebter SPD-Chef: Matthias Platzeck (© Foto: AP)

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Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (2,0), Spitzenreiter der letzten Monate, wird so trotz einer verbesserten Beurteilung auf Platz zwei verdrängt. Auf Rang drei folgt wie zuletzt die neue Bundeskanzlerin Angela Merkel, deren Bewertung nach Sympathie und Leistung sowohl insgesamt (1,6) als auch in den eigenen Reihen aktuell klar besser ausfällt als vor zwei Wochen.

Abschiedsbonus für Schröder und Fischer

Mit einem Durchschnittswert von ebenfalls 1,6 folgt auf Rang vier der zweite Neueinsteiger, Finanzminister Peer Steinbrück.

Franz Müntefering konnte sich in den letzten Monaten kontinuierlich verbessern, jetzt wird der neue Arbeitsminister mit einem Wert von 1,4 beurteilt. Deutlich nach oben gegangen ist es für den ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder in der Woche seines Rückzugs aus der Politik (1,3). Für den früheren Außenminister Joschka Fischer (1,2) gibt es ebenfalls leichte Imagegewinne. Zuvor hatte Fischer dem ZDF mitteilen lassen, dass er nicht mehr in dieser Liste geführt werden will, schließlich sei er bald "nur noch Privatperson".

Wieder nur ganz knapp eine Note im positiven Skalenbereich erhält der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle (0,1), der vor allem bei den eigenen Anhängern deutlich verloren hat. Schlusslicht ist erneut der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber, der sich von seinem Absturz im Ranking so gut wie nicht erholen kann (-1,3).

Nicht nur ihre Spitzenpolitiker schneiden zurzeit gut ab, sondern auch Union und SPD selbst profitieren in der Wählergunst von der Regierungsbildung in dieser Woche.

In der aktuellen politischen Stimmung, die die Forschungsgruppe Wahlen für das Politbarometer gesondert ermittelt, legt die SPD nach einem Zwischentief um 4 Punkte auf 35 Prozent zu. Die CDU/CSU erreicht 40 Prozent (plus 2), die FDP verschlechtert sich leicht auf 8 Prozent (minus 1), die Linkspartei kommt nur noch auf 7 Prozent (minus 2) und die Grünen verlieren leicht auf 9 Prozent (minus 1).

Viel Zuspruch für Merkel

Wenn am Sonnntag wirklich Bundestagswahl wäre, kämen CDU/CSU derzeit auf 37 Prozent und die SPD auf 34 Prozent. Beide Parteien gewinnen damit im Vergleich zur Umfrage vor zwei Wochen je einen Prozentpunkt hinzu.

Unveränderte Werte ergaben sich für die FDP und die Grünen, die beide bei 9 Prozent liegen. Die Linkspartei verlor einen Punkt und erreicht nun 8 Prozent, wie das ZDF am Freitag mitteilte.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erhält zu Beginn ihrer Amtszeit viel Zuspruch: Dass sie jetzt Regierungschefin ist, finden 67 Prozent gut und nur 28 Prozent nicht gut. Dass es eine große Koalition gibt, halten 59 Prozent für gut. Allerdings ist nur eine Minderheit (38 Prozent) der Meinung, dass sich Deutschland in einem Aufbruch befindet.

Datenbasis: Befragt wurden 1298 Wahlberechtigte vom 22. bis 24. November. Fehlertoleranz bei den großen Parteien 2,7 Prozentpunkte, bei den kleineren 1,4 Punkte.

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(sueddeutsche.de/dpa)