Einer Umfrage zufolge stellen fast 70 Prozent der Deutschen starke soziale Spannungen im Land fest. Eine Lösung der Probleme trauen die Bürger noch am ehesten der SPD zu. Trotzdem verliert die Partei an Wählern.

Nach mehreren Wochen mit Zugewinnen hat die SPD laut dem jüngsten ZDF-Politbarometer an Zustimmung bei den Wahlberechtigten eingebüßt. Die Union erreichte 36 Prozent und verbesserte sich damit um einen Punkt.

Am Boden: Die Bundesbürger nehmen eine steigende Kluft zwischen Arm und Reich im Land war. (© Foto: ddp)

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In der Rubrik "politische Stimmung" rutschte die SPD um ganze vier Punkte ab und kommt nur noch auf 29 Prozent. Bei der "Sonntagsfrage", wenn also am nächsten Sonntag Wahl wäre, bekäme sie immerhin noch 31 Prozent (minus 1). Die CDU/CSU gewinnt in beiden Fragen leicht um ein Prozent dazu.

Wer ist noch sozial?

Das schlechte Abschneiden der SPD ist durchaus erstaunlich angesichts der aktuellen Debatte über soziale Unterschiede im Land. Denn die Befragten schrieben der SPD das Attribut "sozial" von allen Parteien mit Abstand am häufigsten zu.

68 Prozent der Befragten waren der Meinung, dass die Konflikte zwischen Arm und Reich in der Gesellschaft sehr stark beziehungsweise stark ausgeprägt sind. In Ostdeutschland stellten sogar 79 Prozent starke Spannungen zwischen Arm und Reich fest.

Die Rangliste der Politiker wird weiterhin angeführt von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), gefolgt von Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU). SPD-Chef Kurt Beck zog an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU - jetzt Platz vier) vorbei auf Platz drei.

65 Prozent sind mit Merkel zufrieden

Mit Merkels Arbeit sind 65 Prozent eher zufrieden und 31 Prozent eher unzufrieden (weiß nicht: 4 Prozent). Verglichen mit Merkel sind 22 Prozent der Befragten der Meinung, der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder habe bessere Arbeit geleistet als seine Nachfolgerin, 27 Prozent sagen, er habe schlechtere Arbeit geleistet und 49 Prozent sehen keinen bedeutenden Unterschied.

Von den SPD-Anhängern glauben 38 Prozent, dass Schröder seine Sache als Bundeskanzler besser und 6 Prozent, dass er sie schlechter gemacht hat als Merkel jetzt. Eine Mehrheit von 54 Prozent der SPD-Anhänger kann aber bei der Beurteilung der Arbeit von Schröder und Merkel keine großen Unterschiede ausmachen.

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(dpa)