Die Deutschen schätzen ihre neue Regierung immer mehr: Die führenden Köpfe der Koalition erhalten blendende Zeugnisse. Zwischen Schwarz und Rot gibt es dabei aber deutliche Sympathie-Unterschiede.
Der Aufwärts-Trend der Union hält auf allen Umfrage-Ebenen an: In der Sonntagsfrage knacken CDU/CSU erstmals seit September die 40-Prozent-Marke. Der Abstand zur SPD wird dabei größer.
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Besonders deutlich fällt das in der Sonntagsfrage auf: Während die CDU/CSU deutlich auf 48 Prozent zulegen kann, kommen die Sozialdemokraten nur noch auf 30 Prozent. (FDP 7, Linkspartei 7, Grüne 6, Sonstige 1).
Gewichtet sieht es naturgemäß anders aus. In der Sonntagsfrage, in die auch längerfristige politische Überzeugungen einfließen, kann sich die Union auf 41% (+2) verbessern, die SPD liegt weiter bei 33%, die FDP erreicht nach Einbußen noch 8%, die Linkspartei bleibt bei ebenfalls 8%, die Grünen kämen verschlechtert auf 7% (-1) und die sonstigen Parteien könnten in der Summe unverändert mit 3% rechnen.
Damit wäre erstmals seit Monaten Schwarz-Gelb wieder stärker als SPD, Grüne und Linkspartei zusammen.
Opposition erhält schlechte Werte
Während sich der Vorsprung der Union vor der SPD in der politischen Stimmung nochmals stark vergrößert hat, liegen die beiden Regierungspartner in der Leistungskritik nahe beieinander: Die C-Parteien erhalten für ihre Arbeit im Kabinett die Note 0,9, die Arbeit der SPD wird mit 0,7 beurteilt, die Große Koalition insgesamt erzielt weiter den guten Wert 1,0.
Ganz anders die Kräfte der Opposition, die neuerdings ausnahmslos im Minusbereich verortet werden: Sowohl die FDP mit aktuell -0,2 als auch die Grünen mit nur noch -0,7 haben sich in den letzten Wochen verschlechtert, die Linkspartei erreicht lediglich -2,0.
Ergänzt wird der positive Gesamteindruck der beiden Koalitionäre bei der Leistungsbeurteilung durch eine harmonische Außendarstellung: 65% der Befragten sprechen von einem zurzeit guten Verhältnis zwischen CDU/CSU und SPD.
Seehofer neuer Spitzenreiter
Schwarze und rote Politiker so weit das Auge reicht auch in der Rangliste der beliebtesten Politiker - mit einer faustdicken Überraschung: Im November noch gar nicht geführt, steigt kommt CSU-Vize Horst Seehofer auf Platz eins der Skala ein. Der Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz schafft aus dem Stand den Ausnahmewert von 2,5.
Einen solchen Wert im Politbarometer erreichte zuletzt Altkanzler Gerhard Schröder im Oktober 2001.
Seine Nachfolgerin, Bundeskanzlerin Angela Merkel hält ihren sehr guten Wert von 2,2 und kommt damit auf Platz zwei, gefolgt von SPD-Chef Matthias Platzeck (2,1), mit ebenfalls konstant positivem Imagewert.
Dahinter rangiert mit Abstand und in der Beurteilung jetzt sichtbar schlechter Finanzminister Peer Steinbrück (1,4) vor Neueinsteiger Frank-Walter Steinmeier (1,3), den allerdings gut zwei von fünf Befragten mangels Bekanntheit nicht bewerten können.
Nach fast zehnjähriger Dauerpräsenz ist Ex-Außenminister Joschka Fischer aus den Top Ten geflogen.
(sueddeutsche.de)
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