Zwei Tage vor der Parlamentswahl in Polen hat die liberal-konservative Opposition ihren Vorsprung vor den regierenden Rechtskonservativen gefestigt. Die Bürgerplattform liegt zwischen vier und zwölf Prozent vor der Kaczynski-Partei PiS.
Zwei Tage vor der Parlamentswahl in Polen hat die liberal-konservative Opposition ihren Vorsprung vor den regierenden Rechtskonservativen festigen können. Am Freitag veröffentlichten Umfragen zufolge lag die Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) von Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski zwischen vier und zwölf Prozent hinter der liberalen Bürgerplattform (PO), die bei bis zu 43 Prozent gesehen wurde.
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Kaczynski hat die Wahl um zwei Jahre vorgezogen, nachdem seine Koalition mit nationalistischen Gruppierungen nach monatelangen Querelen auseinandergebrochen war. Sein Zwillingsbruder, Präsident Lech Kaczynski, muss sich erst 2010 einer Abstimmung stellen.
Ex-Ministerpräsident unterstützt Bürgerplattform
Die Bürgerplattform tritt für schnellere Reformen der größten Volkswirtschaft unter den neuen EU-Mitgliedern ein und will engere Beziehungen zur EU. Die europaskeptischen Kaczynski-Brüder haben dagegen den Kampf gegen die Korruption zu einem zentralen Thema ihres Wahlkampfs gemacht.
Unterdessen wurde bekannt, dass der konservative ehemalige polnische Ministerpräsident Kazimierz Marcinkiewicz bei den Parlamentswahlen am Sonntag den liberalen Spitzenkandidaten Donald Tusk unterstützten will. Kaczynski hatte nach dem Wahlsieg der PiS im September 2005 die Regierungsgeschäfte geführt, bevor er im Sommer 2006 von Jaroslaw Kaczynski abgelöst wurde.
Die brüderliche Verbindung von Staatspräsident Lech Kaczynski und seinem Zwillingsbruder, Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski, müsse durch eine Kontrolle ersetzt werden, sagte Marinkiewicz dem Rundfunksender "Radio Zet".
Für die Entwicklung des Landes wäre es besser, wenn nicht die Mitglieder einer Familie die wichtigsten Machtpositionen innehätten. Am Donnerstag war durch Medienveröffentlichungen bekanntgeworden, dass Marcinkiewicz seine Mitgliedschaft in Kaczynskis nationalkonservativer Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) bereits vor mehr als einem Monat aufgekündigt hatte.
Tusk betonte daraufhin, seine liberale Bürgerplattform sei offen für Marcinkiewicz, falls dieser sich weiterhin politisch engagieren wolle. Der ehemalige Regierungschef, der nach knapp einjähriger Regierungszeit seinen Posten zugunsten von Parteichef Jaroslaw Kaczynski räumen musste, ist nach wie vor einer der beliebtesten Politiker des Landes.
(Reuters/dpa)
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Kurz vor den Wahlen in Polen gibt es etwas in den deutschen Medien, was mich gewaltig ärgert. Im Hinblick auf die deutsch-polnischen Beziehungen behauptet man in einem Atem: die Spannungen gebe es nur zwischen den Regierungen, zwischen den normalen Menschen, also zwischen den Gesellschaften, laufe alles bestens. UND GLEICHZEITIG Die Kaczynski-Brüder gestalteten die antideutsche Hetze, um die Wähler zu mobilisieren und noch mehr Stimmen zu bekommen.
Beides kann doch gleichzeitig nicht stimmen. Meine Erfahrung sagt mir, die erstere These ist falsch.